
Zucker unter Druck – Short-Covering trifft auf schwache Saisonalität
Zucker unter Druck – Short-Covering trifft auf schwache Saisonalität

Der Zucker-Future (ICE US #11) hat in der vergangenen Woche eine sehr schwache Entwicklung gezeigt und verlor 4,70 %. Der Wochenschluss lag genau an der wichtigen Marke von 15 US-Cent. Damit setzt sich der übergeordnete Abwärtstrend zunächst fort, auch wenn sich erste Stabilisierungstendenzen im Hintergrund zeigen.
Fundamental bleibt das Bild belastet. Vor allem die steigende Produktion in Indien sowie eine robuste Angebotslage in Brasilien sorgen weiterhin für Druck auf die Preise. Die Aussicht auf globale Überschüsse im laufenden und kommenden Erntejahr verstärkt dieses Bild zusätzlich und hält den Markt strukturell in einem schwächeren Umfeld.
Interessant ist jedoch die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Short-Positionen deutlich reduziert und hält aktuell nur noch rund 65.000 Kontrakte short. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt lag die Short-Positionierung bei über 246.000 Kontrakten. Diese massive Reduktion zeigt, dass ein großer Teil des Verkaufsdrucks bereits aus dem Markt genommen wurde.
Trotz dieser Entspannung bleibt die kurzfristige Perspektive gedämpft. Saisonal befindet sich der Zucker-Future aktuell in einer Phase, die historisch bis Mitte Juni eher fallende Preise begünstigt. Das spricht gegen eine schnelle und nachhaltige Trendwende auf der Oberseite.
In Summe ergibt sich ein Markt, der kurzfristig weiterhin unter Druck steht, während sich im Hintergrund die Positionierung bereits deutlich bereinigt hat. Genau diese Kombination macht die aktuelle Situation spannend, auch wenn der klare Trigger für eine Aufwärtsbewegung noch fehlt.
Fazit:
Der Zucker-Future bleibt kurzfristig schwach, wird jedoch zunehmend durch die deutlich reduzierte Short-Positionierung stabilisiert. Die Saisonalität spricht weiterhin gegen steigende Preise, doch strukturell nimmt der Abwärtsdruck ab. Eine Bodenbildung ist möglich, benötigt jedoch weitere Impulse.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.