
Zucker unter Druck – Rekord-Shorts und Überangebot belasten
Zucker unter Druck – Rekord-Shorts und Überangebot belasten

Fundamental spricht vieles für anhaltenden Druck. Mehrere Marktbeobachter und Organisationen rechnen für 2025/26 mit einem globalen Zuckerüberschuss. Höhere Produktionsprognosen für Indien, Thailand und Pakistan sowie steigende Exportfreigaben aus Indien belasten das Sentiment zusätzlich. Auch Brasilien bleibt trotz regionaler Schwankungen insgesamt ein starker Produktionsfaktor. Das strukturelle Angebotsbild wirkt damit klar überversorgt.
Die COT-Daten unterstreichen diese Schwäche. Das Managed Money hält aktuell 246.123 Kontrakte netto short – eine extrem hohe Positionierung. Diese massive Short-Last signalisiert ein ausgeprägt negatives Sentiment. Zwar kann eine derart einseitige Positionierung grundsätzlich Short-Covering-Potenzial bergen, aktuell dominiert jedoch klar der Abwärtstrend.
Saisonal spricht das Muster ebenfalls gegen eine schnelle Erholung. Historisch tendiert Zucker bis weit in den Juni hinein schwächer. Damit treffen negatives Fundamentumfeld, extreme Short-Positionierung und saisonaler Gegenwind aufeinander.
Fazit:
Das Setup für Zucker bleibt ausgesprochen schwierig. Überangebot, rekordhohe Short-Positionierung und saisonale Schwäche sprechen derzeit gegen eine nachhaltige Trendwende. Solange sich das fundamentale Gleichgewicht nicht spürbar verschiebt, bleibt der Markt strukturell unter Druck.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.