
Rohstoffe
Carsten Stork
08. Juni 2026
Zucker stabilisiert sich: Noch fehlt der nachhaltige Ausbruch nach oben
Zucker stabilisiert sich: Noch fehlt der nachhaltige Ausbruch nach oben

Der an der ICE US gehandelte Zucker-Future hat die vergangene Woche leicht positiv beendet. Auf Wochenbasis gewann der Kontrakt 0,57 % und schloss bei 14,14 US-Cents je Pfund. Damit konnte sich Zucker zumindest gegen den breiten Druck behaupten, der viele Rohstoffmärkte zum Wochenschluss erfasst hat. Gleichzeitig war der Wochenverlauf nicht überzeugend genug, um bereits von einer klaren Trendwende zu sprechen.
Zwischenzeitlich konnte der Zucker-Future bis in den Bereich von fast 14,64 US-Cents ansteigen. Diese Gewinne wurden jedoch im weiteren Verlauf wieder abgegeben. Das passt zum Bild vieler Märkte in der vergangenen Woche: Nach den starken US-Arbeitsmarktdaten zogen US-Dollar und Zinserwartungen an, während Risikoanlagen und Rohstoffe zum Teil deutlich unter Druck gerieten. Auch Zucker konnte sich diesem Umfeld nicht vollständig entziehen.
Fundamental bleibt das Bild gemischt. Auf der einen Seite belasten ein stärkerer US-Dollar und die Erwartung ausreichender globaler Versorgung. Höhere Produktion in Brasilien und robuste Exportzahlen aus Thailand sprechen kurzfristig gegen einen klaren Angebotsengpass. Auf der anderen Seite bleibt El Niño ein wichtiger Risikofaktor. Sollte trockenes Wetter in Brasilien, Indien oder Thailand stärker zum Thema werden, könnte sich die Angebotsdiskussion schnell wieder verändern.
Bei den COT-Daten bleibt das Bild noch nicht bullish. Das Managed Money hat seine Short-Positionen wieder etwas ausgebaut und hält inzwischen rund 107.000 Kontrakte netto short. Das zeigt, dass spekulative Marktteilnehmer Zucker weiterhin eher skeptisch sehen. Gleichzeitig kann eine solche Positionierung bei besseren Nachrichten auch die Grundlage für eine stärkere Gegenbewegung liefern.
Saisonal ist bis Mitte Juni noch Vorsicht angebracht. Danach verbessert sich das Bild, und steigende Kurse werden wahrscheinlicher.
Fazit:
Der Zucker-Future hat sich mit einem Wochenplus von 0,57 % und einem Schlusskurs bei 14,14 US-Cents stabil gezeigt, konnte seine Zwischengewinne aber nicht halten. Kurzfristig bleiben Dollar-Stärke, Short-Positionierung und Saisonalität belastend. Ab Mitte Juni könnte sich das Zeitfenster jedoch verbessern. Entscheidend wird sein, ob Zucker dann den Sprung aus der aktuellen Seitwärtsphase nach oben schafft.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.