Zucker mit technischer Gegenbewegung – struktureller Verkaufsdruck bleibt dominant
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Februar 2026

Zucker mit technischer Gegenbewegung – struktureller Verkaufsdruck bleibt dominant

Zucker mit technischer Gegenbewegung – struktureller Verkaufsdruck bleibt dominant


Der Zucker-Future (ICE #11) legte in der vergangenen Handelswoche um 2,82 % zu und schloss bei 13,87 US-Cent je Pfund. Nach dem monatelangen Abwärtstrend war dies erneut eine Erholungsbewegung innerhalb eines klar angeschlagenen Gesamtbildes. Trotz der positiven Woche bleibt der Markt technisch in einer übergeordneten Schwächephase.

Fundamental dominieren weiterhin Angebotsargumente. Mehrere Prognosen gehen von globalen Überschüssen in den kommenden Erntejahren aus, getragen von steigender Produktion in Indien, Thailand und Brasilien. Auch wenn es punktuell – etwa durch schwächere brasilianische Produktionsdaten – kurzfristige Unterstützungsfaktoren gibt, überwiegt strukturell die Erwartung eines gut versorgten Marktes. Politische Faktoren wie die jüngste Entscheidung des US Supreme Court zu Zöllen sorgten lediglich für temporäre Impulse.

Die COT-Daten zeichnen ein klares Bild. Das Managed Money hat seine Netto-Short-Position weiter ausgebaut und hält inzwischen über 253.000 Kontrakte short. Diese extreme Positionierung unterstreicht die ausgeprägte negative Marktstimmung und markiert ein historisch außergewöhnlich hohes Niveau spekulativer Short-Exponierung.

Auch saisonal spricht derzeit wenig für nachhaltige Stärke. Statistisch zeigt Zucker bis in die Sommermonate hinein eher eine fallende Tendenz. Damit treffen schwache Saisonalität und eine extrem bärische Positionierung aufeinander.

Fazit: Die jüngste Wochenperformance stellt bislang lediglich eine technische Gegenbewegung dar. Solange sich weder die fundamentalen Überschusserwartungen noch die extreme Short-Positionierung deutlich verändern, bleibt das strukturelle Umfeld für Zucker herausfordernd.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.