
Der Zucker-Future zeigte in der vergangenen Woche erneut eine starke Entwicklung und legte auf Wochenbasis 5,95 % zu. Der Schlusskurs lag bei 14,95 US-Cent pro Pfund. Damit setzt sich die deutliche Erholung der vergangenen zwei Wochen fort. Nach dem massiven Abverkauf der Vormonate ist das ein wichtiges Signal, weil der Markt erstmals wieder spürbar Momentum auf der Oberseite aufbaut.
Der zentrale Treiber bleibt aktuell weniger eine vollständig veränderte fundamentale Lage, sondern vor allem das Short-Covering. Die COT-Daten zeigen sehr klar, dass das Managed Money seine Short-Positionen weiter reduziert. Aktuell halten institutionelle Marktteilnehmer noch rund 144.000 Kontrakte netto short. Mitte Februar lag diese Short-Position in der Spitze noch bei rund 253.000 Kontrakten. Das ist eine massive Reduzierung und zeigt, dass ein großer Teil des extrem bearischen Sentiments bereits abgebaut wird.
Genau darin liegt kurzfristig die Stärke des Marktes. Wenn ein stark überverkaufter Markt beginnt zu drehen und gleichzeitig große Short-Positionen reduziert werden müssen, können Bewegungen sehr dynamisch ausfallen. Das haben wir in den vergangenen zwei Wochen gesehen. Gleichzeitig bleibt Zucker fundamental noch kein völlig entspannter Long-Trade. Die globale Versorgungslage ist weiterhin nicht eindeutig bullisch, und hohe Produktionserwartungen aus wichtigen Exportländern können den Markt jederzeit wieder belasten.
Saisonal bleibt das Bild kurzfristig ebenfalls vorsichtig. Historisch tendiert Zucker bis Anfang Juni eher schwächer, bevor danach häufig eine bessere saisonale Phase beginnt. Das bedeutet: Die aktuelle Erholung ist stark, läuft aber noch gegen eine eher schwierige saisonale Phase.
Fazit:
Zucker zeigt aktuell eine wichtige technische Gegenbewegung, die durch massives Short-Covering unterstützt wird. Die Reduzierung der Managed-Money-Shorts von 253.000 auf rund 144.000 Kontrakte ist ein starkes Signal. Kurzfristig bleibt der Markt jedoch anfällig für Rücksetzer, weil die Saisonalität bis Anfang Juni noch Gegenwind liefert. Das Setup wird interessanter, aber der nachhaltige Long-Case muss sich erst weiter bestätigen.