Zucker bleibt unter Druck – Short-Positionierung wird weiter abgebaut
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Mai 2026

Zucker bleibt unter Druck – Short-Positionierung wird weiter abgebaut

Zucker bleibt unter Druck – Short-Positionierung wird weiter abgebaut


Der Zucker-Future an der ICE US konnte sich in der vergangenen Woche noch nicht nachhaltig stabilisieren. Auf Wochensicht verlor der Kontrakt 0,68 % und schloss bei 14,70 US-Cent. Damit bleibt die kurzfristige Entwicklung weiterhin schwach. Zwar konnte sich Zucker oberhalb des jüngsten Wochentiefs halten, insgesamt war die Bewegung aber noch nicht überzeugend. Der Markt wirkt weiterhin angeschlagen und wartet auf einen klareren Impuls.

Belastend wirkten zuletzt vor allem die Meldungen über stärkere Zuckerexporte aus Thailand. Die Exporte des weltweit zweitgrößten Zuckerexporteurs stiegen in den ersten vier Monaten des Jahres deutlich an. Zusätzlich belastete die Einschätzung der International Sugar Organization, die für die Saison 2025/26 eine Rekordproduktion und einen höheren globalen Überschuss erwartet. Diese Nachrichten haben den Markt kurzfristig wieder unter Druck gesetzt.

Gleichzeitig bleibt das Bild nicht einseitig negativ. Der mögliche El-Niño-Effekt ist für Zucker ein wichtiger Risikofaktor. Sollte sich ein stärkeres El-Niño-Muster entwickeln, könnten Brasilien, Indien und Thailand von trockeneren Bedingungen betroffen sein. Genau diese drei Länder sind für die globale Zuckerproduktion zentral. Zudem gibt es bereits Schätzungen, die für 2026/27 wieder ein Defizit erwarten, unter anderem wegen möglicher Produktionsrisiken in Indien und Thailand.

Auch die COT-Daten zeigen eine interessante Veränderung. Das Managed Money ist zwar weiterhin klar short positioniert, hat seine Short-Positionen aber deutlich reduziert. Aktuell liegen diese noch bei knapp 79.000 Kontrakten short. Mitte Februar lag die Short-Positionierung noch bei über 250.000 Kontrakten. Das ist eine massive Veränderung und zeigt, dass der Markt auf der spekulativen Seite nicht mehr so aggressiv gegen Zucker positioniert ist wie noch vor wenigen Monaten.

Saisonal könnte Zucker nun ebenfalls interessanter werden. Wenn der Markt bis Mitte Juni in einem Tiefbereich bleibt, könnte sich danach eine bessere Aufwärtsphase ergeben.

Fazit:
Zucker bleibt kurzfristig schwach, aber das Setup beginnt sich zu verändern. Der Wochenverlust von 0,68 % und der Schlusskurs bei 14,70 US-Cent zeigen noch keine Trendwende. Gleichzeitig sprechen der deutliche Abbau der Managed-Money-Shorts, mögliche El-Niño-Risiken und die bessere Saisonalität ab Mitte Juni dafür, die Position weiter engmaschig zu beobachten.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.