
Der australische Dollar ist zuletzt wieder stärker unter Druck geraten. AUD/USD handelt im Bereich um 0,71 und steuert trotz einer leichten Stabilisierung zum Wochenschluss auf einen Monatsverlust von rund 0,5 % zu. Für uns ist das vor allem deshalb wichtig, weil wir unsere Position in der Vorwoche mit Gewinn geschlossen haben. Aus heutiger Sicht war diese Gewinnmitnahme richtig.
Der zentrale Belastungsfaktor liegt in der veränderten Zinserwartung in Australien. Nach den schwächeren Inflationsdaten für April, zurückhaltenderen Konsumausgaben und ersten Abkühlungstendenzen am Arbeitsmarkt haben die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung durch die Reserve Bank of Australia deutlich reduziert. Für Juni wird inzwischen nur noch eine Wahrscheinlichkeit von rund 5 % für einen Zinsschritt eingepreist. Eine mögliche letzte Erhöhung auf 4,60 % wird vom Markt eher in das vierte Quartal verschoben und derzeit mit rund 70 % Wahrscheinlichkeit bewertet.
Damit hat sich das kurzfristige Umfeld für den australischen Dollar klar eingetrübt. Der Zinsimpuls, der den AUD zuletzt noch unterstützt hatte, verliert an Kraft. Zwar konnte sich der Aussie zum Wochenschluss etwas erholen, nachdem Berichte über eine mögliche Entspannung im Nahen Osten und eine potenzielle Wiederöffnung der Straße von Hormus die globale Risikostimmung verbessert hatten. Genau diese Erholung wirkt aus meiner Sicht aber fragil.
Der Markt hat sehr positiv auf mögliche Friedenssignale reagiert. Gleichzeitig bleibt unklar, wie belastbar diese Entwicklung tatsächlich ist. Sollte die Hoffnung auf eine nachhaltige Entspannung im Nahen Osten erneut enttäuscht werden, könnte die Risikostimmung schnell wieder kippen. In diesem Umfeld war es sinnvoll, den Gewinn im AUD/USD mitzunehmen, statt die Position weiterlaufen zu lassen.
Fazit:
Die Gewinnmitnahme im AUD/USD war aus heutiger Sicht richtig. Die australischen Zinserwartungen haben sich deutlich abgeschwächt, der AUD steht wieder unter Druck, und die jüngste Erholung basiert vor allem auf fragiler Risikostimmung. Wir bleiben vorerst an der Seitenlinie und beobachten die kommenden australischen Konjunkturdaten.