WTI vor geopolitischem Wochenstart – Markt preist Eskalationsrisiko ein
Rohstoffe
Carsten Stork
02. März 2026

WTI vor geopolitischem Wochenstart – Markt preist Eskalationsrisiko ein

WTI vor geopolitischem Wochenstart – Markt preist Eskalationsrisiko ein


Der WTI Crude Oil Future legte in der vergangenen Handelswoche um 1,48 % zu und schloss bei 67,29 USD pro Barrel – nahezu auf Wochenhoch. Das Momentum war bereits vor dem Wochenende konstruktiv, bevor die geopolitische Lage im Nahen Osten eine neue Dimension erreichte.

Besonders auffällig bleibt die Entwicklung der spekulativen Positionierung. Das Managed Money baut seine Long-Positionen weiter aus und hält aktuell 172.712 Kontrakte netto long. Damit steigt die bullische Marktpositionierung weiter an und signalisiert zunehmendes Vertrauen in steigende Preise. Diese Positionierung verstärkt die Sensitivität des Marktes gegenüber geopolitischen Nachrichten.

Entscheidend ist nun die Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran. Die begonnenen militärischen Aktionen sorgen für massive Unsicherheit. Zum aktuellen Zeitpunkt – Sonntagmittag UAE-Zeit – stehen zahlreiche Szenarien im Raum. Besonders kritisch wäre eine mögliche Beeinträchtigung oder gar Schließung der Straße von Hormuz. Eine solche Entwicklung würde unmittelbare Angebotsrisiken für den globalen Ölmarkt bedeuten und könnte eine starke Aufwärtsreaktion im WTI auslösen.

Unabhängig vom konkreten Verlauf der nächsten Stunden ist davon auszugehen, dass der Markt bei Wiederaufnahme des Handels am Sonntagabend mit erhöhter Volatilität reagieren wird. Das Risiko einer deutlichen Aufwärtslücke ist signifikant gestiegen.

Saisonal spricht das Muster zusätzlich für Unterstützung bis in die Sommermonate hinein. Damit trifft geopolitischer Risikoaufschlag auf ein ohnehin konstruktives saisonales Umfeld.

Fazit:

WTI steht vor einem potenziell explosiven Wochenstart. Die steigende Long-Positionierung des Managed Money und die geopolitische Eskalation im Nahen Osten erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer dynamischen Aufwärtsbewegung. Entscheidend bleibt, ob es zu einer weiteren Intensivierung des Konflikts kommt – insbesondere mit Blick auf strategisch sensible Transportwege wie die Straße von Hormuz.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.