WTI unter Druck trotz geopolitischer Spannungen – Positionierung dreht nach oben
Rohstoffe
Carsten Stork
10. Februar 2026

WTI unter Druck trotz geopolitischer Spannungen – Positionierung dreht nach oben

WTI unter Druck trotz geopolitischer Spannungen – Positionierung dreht nach oben


Der WTI Crude Oil Future verlor in der vergangenen Woche 3,39 % und schloss bei 63,50 USD pro Barrel. Damit blieb der Markt trotz anhaltender geopolitischer Risiken im Nahen Osten schwach und reagierte deutlich verhaltener als in früheren Phasen vergleichbarer Spannungen. Die laufenden Gespräche zwischen den USA und Iran reduzierten kurzfristig die Risikoprämie, gleichzeitig bleibt das Eskalationspotenzial bestehen, wodurch ein latenter Unterstützungsfaktor im Hintergrund erhalten bleibt.

Fundamental bewegt sich der Ölmarkt aktuell in einem Spannungsfeld aus Angebot und Risikoaufschlag. Einerseits sorgen höhere Fördermengen einzelner Produzenten sowie globale Konjunkturunsicherheiten für Druck, andererseits begrenzen Konfliktrisiken, Sanktionen und mögliche Lieferunterbrechungen größere Abwärtsbewegungen. Dieses Gleichgewicht erklärt die seit Wochen zu beobachtende Seitwärtsstruktur mit abrupten, aber nicht nachhaltigen Bewegungen.

Auffällig ist die Entwicklung der Terminmarktpositionierung. Das Managed Money hat begonnen, wieder verstärkt Long-Positionen aufzubauen und hält inzwischen über 124.000 Kontrakte netto long. Nach der zuvor zurückhaltenden Positionierung deutet diese Veränderung darauf hin, dass spekulatives Kapital wieder stärker auf steigende Preise setzt. Solche Positionsumschwünge treten häufig in frühen Phasen neuer Aufwärtsbewegungen auf.

Auch saisonal spricht das Bild eher für festere Notierungen in den kommenden Monaten, da sich der Markt typischerweise in Richtung Frühjahr und Sommer stabilisiert. Damit entsteht ein Umfeld, in dem Rücksetzer zunehmend gekauft werden könnten.

Fazit:

Trotz kurzfristiger Schwäche bleibt die Struktur konstruktiv. Die Kombination aus geopolitischem Risiko, steigender spekulativer Positionierung und positiver Saisonalität spricht eher für steigende als für fallende Ölpreise in den kommenden Wochen.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.