WTI mit geopolitischem Risikopremium – Straße von Hormuz im Fokus
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Februar 2026

WTI mit geopolitischem Risikopremium – Straße von Hormuz im Fokus

WTI mit geopolitischem Risikopremium – Straße von Hormuz im Fokus


Der WTI-Crude-Oil-Future legte in der vergangenen Woche kräftig um 5,79 % zu und schloss bei 66,31 USD pro Barrel. Über weite Strecken der Woche dominierte Kaufdruck, der Kontrakt notiert damit nahe eines Mehrmonatshochs. Treiber der Bewegung ist die deutliche Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

Die USA haben ihre militärische Präsenz im Nahen Osten spürbar ausgeweitet und zusätzliche Trägerverbände in Richtung Persischer Golf verlegt. Die geopolitische Brisanz liegt vor allem in der strategischen Bedeutung der Straße von Hormuz. Über diese Meerenge zwischen Oman und Iran werden rund 20–25 % des globalen täglichen Ölverbrauchs transportiert. Jede reale oder auch nur potenzielle Gefährdung dieser Route erzeugt ein unmittelbares Risikopremium im Ölpreis. Der Markt preist aktuell die Möglichkeit ein, dass es zu weiteren militärischen Maßnahmen kommen könnte.

Zusätzliche Unterstützung erhielt der Markt durch fundamentale Daten. Die US-Rohöllagerbestände fielen zuletzt um rund 9 Millionen Barrel – der stärkste Rückgang seit Anfang September – und unterstreichen die kurzfristige Angebotsverknappung. Parallel dazu hat das Managed Money seine Long-Positionierung wieder deutlich ausgebaut und hält aktuell rund 141.000 Kontrakte netto long. Nach zuvor zurückhaltender Positionierung signalisiert dies eine klare Rückkehr spekulativer Käufer.

Saisonal bewegt sich WTI ohnehin in einer konstruktiven Phase, die historisch bis weit in die Sommermonate hinein Unterstützung bietet. Damit überlagern sich geopolitisches Risiko, spekulative Positionierung und saisonaler Rückenwind.

Fazit: Der Ölmarkt wird derzeit primär vom geopolitischen Risikofaktor dominiert. Solange die Unsicherheit rund um Iran und die Straße von Hormuz anhält, bleibt das Risikopremium bestehen. Ein militärisches Ereignis könnte kurzfristig weitere Preisspitzen auslösen, während die Frage einer möglichen Deeskalation über die Nachhaltigkeit der Rally entscheiden wird.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.