WTI bleibt im politischen Schlagzeilenmarkt – Trump-Narrativ drückt den Ölpreis
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Mai 2026

WTI bleibt im politischen Schlagzeilenmarkt – Trump-Narrativ drückt den Ölpreis

WTI bleibt im politischen Schlagzeilenmarkt – Trump-Narrativ drückt den Ölpreis


Der WTI Crude Oil Future musste in der vergangenen Woche deutlich nachgeben. Auf Wochensicht verlor der Kontrakt 4,11 % und schloss bei glatt 97,00 US-Dollar. Damit bleibt der Ölmarkt extrem anfällig für politische Schlagzeilen rund um den Iran-Konflikt, die Straße von Hormus und mögliche diplomatische Lösungen. Der Satz „Hin und her macht Taschen leer“ beschreibt die aktuelle Lage recht gut: Der Markt wird derzeit stark von Nachrichten, Gerüchten und politischen Aussagen bewegt.

Donald Trump versucht sichtbar, den Iran-Konflikt diplomatisch einzuhegen und aus der akuten Eskalation herauszukommen. Seine Aussagen haben in der vergangenen Woche immer wieder Hoffnung auf eine Entspannung geweckt. Der Ölmarkt hat darauf entsprechend reagiert: Sobald die Wahrscheinlichkeit eines Deals oder zumindest eines Waffenstillstands höher eingeschätzt wurde, kam Druck auf die Preise. Gleichzeitig bleibt die Lage aber alles andere als gelöst. Die Straße von Hormus ist weiterhin ein zentraler Risikofaktor, und solange keine belastbare Einigung vorliegt, bleibt die geopolitische Risikoprämie im Markt.

Fundamental ist die Lage eigentlich weiter angespannt. Die EIA-Daten zeigen, dass US-Rohöl-, Benzin- und Destillatbestände unter ihren saisonalen Fünfjahresdurchschnitten liegen. Gleichzeitig bleibt der globale Markt durch die Störungen im Persischen Golf und die Einschränkungen im Schiffsverkehr verletzlich. Das spricht grundsätzlich gegen einen nachhaltigen Einbruch der Ölpreise.
Auf der anderen Seite hat die politische Entspannungsfantasie kurzfristig überwogen.

Zudem hat das Managed Money seine Long-Positionen weiter reduziert und hält aktuell noch 172.580 Kontrakte Long. Das zeigt, dass spekulative Marktteilnehmer vorsichtiger geworden sind und weniger aggressiv auf weiter steigende Preise setzen.

Saisonal bleibt WTI jedoch weiterhin interessant. Historisch hat der Ölmarkt in dieser Phase noch Aufwärtspotenzial, insbesondere wenn Nachfrage, Lagerdaten und geopolitische Risiken zusammenkommen.

Fazit:
WTI hatte mit minus 4,11 % eine schwache Woche, obwohl die fundamentale Angebotslage angespannt bleibt. Der Schlusskurs bei 97,00 US-Dollar zeigt, wie stark politische Schlagzeilen den Markt derzeit bewegen. Kurzfristig bleibt das Umfeld volatil. Solange die Hormus-Frage nicht wirklich gelöst ist, bleibt das Aufwärtsrisiko im Ölmarkt bestehen.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.