
WTI bleibt im Krisenmodus – Nahost treibt Ölpreis weiter nach oben
WTI bleibt im Krisenmodus – Nahost treibt Ölpreis weiter nach oben

Der WTI Crude Oil Future zeigte in der vergangenen Woche eine massive Aufwärtsbewegung und legte starke 13,02 % zu. Der Schlusskurs lag bei 94,88 US-Dollar pro Barrel, nachdem der Markt praktisch die gesamte Woche nur nach oben gelaufen ist. Damit bleibt WTI klar einer der stärksten Märkte aktuell und spiegelt die geopolitische Eskalation im Nahen Osten direkt wider.
Der zentrale Treiber bleibt unverändert die weiterhin blockierte Straße von Hormuz. Die Hoffnungen auf eine schnelle diplomatische Lösung haben sich erneut zerschlagen. Die geplanten Gespräche in Pakistan wurden kurzfristig abgesagt, Trump selbst erklärte, dass niemand mehr dorthin fliegen werde. Zwar sprach er später von einem neuen iranischen Vorschlag, doch der Markt bewertet das zunehmend skeptisch. Faktisch bleibt die Situation ungelöst und die Versorgungssorgen dominieren weiterhin das Preisbild.
Genau das hält die geopolitische Risikoprämie hoch. Solange Hormuz nicht nachhaltig geöffnet wird und keine belastbare diplomatische Lösung entsteht, bleibt der globale Ölmarkt angespannt. Selbst im Falle einer Einigung würde es Monate dauern, bis sich die physischen Lieferketten normalisieren. Das begrenzt das Rückschlagpotenzial deutlich.
Bei den COT-Daten zeigt sich, dass das Managed Money seine Long-Positionen zuletzt etwas reduziert hat. Die Netto-Long-Position fiel unter die Marke von 200.000 Kontrakten und liegt aktuell bei 192.302 Kontrakten long. Das ist weiterhin klar bullisch, zeigt aber auch, dass ein Teil des Marktes bereits Gewinne mitnimmt und die hohe Volatilität berücksichtigt.
Saisonal bleibt das Bild ebenfalls unterstützend. Crude Oil hat historisch bis in den Herbst hinein gute Chancen auf weiter steigende Preise, auch wenn zwischendurch stärkere Schwankungen normal sind. Gerade mit Blick auf die Sommernachfrage, die Hurricane-Saison und die geopolitische Lage bleibt das Setup konstruktiv.
Fazit:
WTI bleibt einer der stärksten Futures im aktuellen Umfeld. Die Kombination aus Nahost-Krise, blockierter Straße von Hormuz und strukturell enger Versorgung hält den Markt fest. Friedenshoffnungen werden aktuell eher als kurzfristige Schlagzeilen gehandelt als als echte Lösung. Solange sich daran nichts grundlegend ändert, bleibt Öl auf hohem Niveau unterstützt – und Rücksetzer dürften vorerst eher Kaufgelegenheiten als Trendwechsel sein.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.