WTI bleibt im Krisenmodus – Nahost-Schlagzeilen treiben den Ölpreis
Rohstoffe
Carsten Stork
18. Mai 2026

WTI bleibt im Krisenmodus – Nahost-Schlagzeilen treiben den Ölpreis

WTI bleibt im Krisenmodus – Nahost-Schlagzeilen treiben den Ölpreis


Der WTI Crude Oil Future konnte in der vergangenen Woche deutlich zulegen. Auf Wochensicht stieg WTI um 6,8 % und schloss bei 101,16 US-Dollar. Die Handelsspanne war erneut extrem volatil: Im Tief lag der Future bei rund 96 US-Dollar, im Hoch bei über 103 US-Dollar. Das zeigt, wie stark der Markt weiterhin von der Nachrichtenlage rund um den Nahen Osten und die Straße von Hormus getrieben wird.

Der zentrale Punkt bleibt die Sorge vor anhaltenden Störungen der globalen Ölversorgung. Solange Hormus nicht zuverlässig geöffnet ist und die Verhandlungen zwischen den USA und Iran keine klare Lösung bringen, bleibt die Risikoprämie im Markt. Gleichzeitig warnen Marktbeobachter zunehmend vor fallenden globalen Lagerbeständen.

Die IEA hat zuletzt darauf hingewiesen, dass der Ölmarkt selbst bei einer Entspannung noch über Monate angespannt bleiben könnte.

Interessant ist allerdings der Blick auf die COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Position weiter reduziert und hält aktuell noch 169.872 Kontrakte long. Das ist für den Ölmarkt keine außergewöhnlich hohe spekulative Positionierung. Der Markt scheint also keineswegs vollständig auf eine weitere Eskalation positioniert zu sein. Eher wirkt es so, als würden viele Marktteilnehmer weiterhin auf eine Entspannung setzen.

Genau darin liegt aus meiner Sicht das Risiko. Wenn sich die Lage nicht schnell normalisiert oder Hormus länger eingeschränkt bleibt, könnte der Markt erneut nach oben nachpreisen müssen.

Saisonal bleibt das Bild ebenfalls konstruktiv. WTI hat aus saisonaler Perspektive weiterhin die Chance, in den kommenden Wochen weiter anzusteigen.

Fazit:
WTI bleibt ein hochvolatiler Krisenmarkt. Der Wochengewinn von 6,8 %, die große Handelsspanne und der Schluss über 100 US-Dollar zeigen, dass die Risikoprämie weiter lebt. Die reduzierte Managed-Money-Long-Position spricht dafür, dass der Markt noch nicht überhitzt ist. Solange Nahost, Hormus und Lagerbestände im Fokus bleiben, sehe ich weiteres Aufwärtspotenzial.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.