WTI bleibt der zentrale Krisen-Trade – Hormuz bestimmt weiter den Ölmarkt
Rohstoffe
Carsten Stork
03. Mai 2026

WTI bleibt der zentrale Krisen-Trade – Hormuz bestimmt weiter den Ölmarkt

WTI bleibt der zentrale Krisen-Trade – Hormuz bestimmt weiter den Ölmarkt


Der WTI Crude Oil Future zeigte in der vergangenen Woche erneut eine sehr starke Entwicklung und legte auf Wochenbasis 8,55 % zu. Der Schlusskurs lag bei 102,50 US-Dollar pro Barrel. Zwischenzeitlich stieg der Future am Donnerstag sogar auf über 110 US-Dollar, bevor zum Wochenschluss Gewinnmitnahmen einsetzten. Trotz dieses Rücksetzers bleibt das Gesamtbild klar konstruktiv.

Der zentrale Treiber bleibt unverändert die Straße von Hormuz. Solange diese Meerenge faktisch geschlossen bleibt und keine belastbare diplomatische Lösung zwischen den USA und dem Iran entsteht, bleibt die geopolitische Risikoprämie im Ölpreis hoch. Genau deshalb reichen bereits Schlagzeilen über mögliche neue Verhandlungen aus, um kurzfristig Verkaufsdruck auszulösen. Gleichzeitig zeigt die Preisentwicklung sehr deutlich: Der Markt glaubt noch nicht an eine echte Entspannung.

Auch fundamental bleibt das Umfeld angespannt. Die Blockade belastet die Öl- und LNG-Ströme aus der Golfregion erheblich. Gleichzeitig wirken mögliche OPEC+-Produktionsausweitungen derzeit eher symbolisch, solange Produzenten in der Region ihre Mengen wegen der eingeschränkten Transportwege nicht frei an den Markt bringen können. Der angekündigte Austritt der VAE aus der OPEC erhöht zusätzlich die Unsicherheit über die künftige Angebotssteuerung im Kartell.

Die COT-Daten bleiben unterstützend. Das Managed Money hält weiterhin eine Long-Position von knapp 193.000 Kontrakten. Das zeigt, dass institutionelle Investoren trotz hoher Volatilität klar auf der Long-Seite positioniert bleiben. Auch saisonal bleibt das Bild positiv: WTI hat historisch bis weit in den Herbst hinein Chancen auf steigende Kurse, wenn auch mit stärkeren Rücksetzern.

Fazit:

WTI bleibt für uns einer der wichtigsten Long-Trades im aktuellen Umfeld. Die Kombination aus Hormuz-Blockade, geopolitischer Unsicherheit, eingeschränkten Energieflüssen, unterstützender Saisonalität und klarer Long-Positionierung spricht weiter für hohe Ölpreise. Rücksetzer durch Friedenshoffnungen bleiben möglich, wirken aktuell aber eher wie Konsolidierungen innerhalb eines intakten Aufwärtstrends.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.