Weizen steigt weiter – Wetterrisiken treiben, Gewinnmitnahmen bremsen
Rohstoffe
Carsten Stork
19. April 2026

Weizen steigt weiter – Wetterrisiken treiben, Gewinnmitnahmen bremsen

Weizen steigt weiter – Wetterrisiken treiben, Gewinnmitnahmen bremsen


Der Weizen-Future an der CBOT konnte in der vergangenen Woche deutlich zulegen und schloss mit einem Plus von 3,24 % bei 598 US-Cent. Zwischenzeitlich stieg der Markt am Donnerstag bis auf über 616 US-Cent und markierte damit ein neues Hoch, bevor es zum Wochenschluss zu einem leichten Rücksetzer kam.

Treiber der Aufwärtsbewegung waren klar die Wetterrisiken in den USA. Anhaltende Trockenheit in den Great Plains sowie zusätzliche Frostgefahr erhöhen den Druck auf die Erträge, insbesondere im Bereich des Winterweizens. Marktteilnehmer gehen zunehmend davon aus, dass die Ernte unter diesen Bedingungen sichtbar leiden könnte, was den Preisanstieg in der Woche ausgelöst hat.

Zusätzlich spielen auch Inputfaktoren eine Rolle. Steigende Düngemittelkosten im Zusammenhang mit den geopolitischen Spannungen haben die Produktionsbedingungen weiter verschärft und die Angebotsseite belastet. Gleichzeitig bleibt das globale Bild gemischt: Während es regional zu Risiken kommt, wirken insgesamt solide globale Bestände preisdämpfend und begrenzen die Dynamik nach oben.

Zum Wochenschluss kam es dann zu Gewinnmitnahmen. Auslöser war vor allem die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten, die zu fallenden Ölpreisen führte und damit den gesamten Agrarkomplex kurzfristig unter Druck setzte. Gleichzeitig wurden Long-Positionen vor dem Wochenende reduziert, was die Korrektur verstärkte.

Ein Blick auf die Positionierung zeigt weiterhin ein interessantes Setup. Das Managed Money hält aktuell noch eine Netto-Short-Position von 18.366 Kontrakten, hat diese jedoch seit Mitte Januar massiv reduziert. Damit bleibt Weizen einer der wenigen Agrarrohstoffe, in denen die spekulative Positionierung noch nicht klar auf der Long-Seite steht.

Saisonal bleibt das Bild dagegen schwächer. Historisch tendiert Weizen bis in den Sommer hinein eher seitwärts bis abwärts, bevor erst ab Mitte Juli wieder eine stabilere Aufwärtsphase einsetzt.

Fazit:

Der Weizenmarkt wurde in der vergangenen Woche klar von Wetterrisiken getrieben und konnte entsprechend zulegen. Die Ertragsunsicherheit bleibt der zentrale Faktor. Gleichzeitig zeigen die Gewinnmitnahmen zum Wochenschluss, dass der Markt stark von kurzfristigen Nachrichten abhängt. Trotz der positiven Woche bleibt das Umfeld volatil, mit weiterhin gemischten Signalen aus Fundamentaldaten, Positionierung und Saisonalität.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.