
Der Weizen-Future an der CBOT konnte in der vergangenen Woche trotz eines schwachen Wochenschlusses zulegen. Auf Wochensicht stand am Ende ein Plus von 2,54 %, mit einem Schlusskurs bei 635,5 US-Cent. Zwischenzeitlich sah das Bild allerdings deutlich stärker aus.
Am Mittwoch lief Weizen sogar Limit Up und stieg bis auf 688,25 US-Cent. Diese Gewinne konnten jedoch nicht gehalten werden, und der Markt gab bis zum Wochenende einen großen Teil der Bewegung wieder ab.
Auslöser für den starken Anstieg war der USDA-Bericht. Das US-Landwirtschaftsministerium überraschte den Markt mit einer deutlich angespannten Einschätzung zur US-Weizenernte. Die Produktion wurde auf das niedrigste Niveau seit 1972 projiziert. Zusätzlich meldeten Crop Scouts in Kansas schwächere Erträge als im Vorjahr. Genau diese Kombination aus niedriger Produktionsschätzung und Ertragsrisiken sorgte zunächst für starken Kaufdruck.
Belastend wirkten zum Wochenschluss dann zwei Faktoren. Erstens fehlten nach dem Trump-Xi-Treffen konkrete neue Agrarzusagen Chinas. Zweitens verbesserten sich die Wetterprognosen in Teilen der US-Anbaugebiete, was kurzfristig Druck auf die Preise brachte. Nach dem starken Anstieg war der Markt zudem anfällig für Gewinnmitnahmen.
Die COT-Daten bleiben jedoch konstruktiv. Das Managed Money hat seine Short-Position weiter abgebaut und hält nur noch 14.421 Kontrakte short. Das ist die niedrigste Short-Position seit Oktober 2024 und zeigt, dass die spekulative Seite den Weizenmarkt zunehmend weniger aggressiv leerverkauft.
Saisonal ist das Bild allerdings nicht ideal. Weizen hat bis in den Frühsommer hinein eher die Tendenz, unter Druck zu geraten.
Fazit:
Weizen hat eine starke, aber volatile Woche gezeigt. Das Plus von 2,54 % ist positiv, doch der Rückfall vom Limit-Up-Niveau mahnt zur Vorsicht. Fundamental bleibt die USDA-Schätzung klar unterstützend, die COT-Daten verbessern sich ebenfalls. Gegenwind kommt jedoch von Wetter, Gewinnmitnahmen und Saisonalität.