Weizen mit kurzer Stärke – Fundamentaldaten bleiben belastend
Rohstoffe
Carsten Stork
16. Februar 2026

Weizen mit kurzer Stärke – Fundamentaldaten bleiben belastend

Weizen mit kurzer Stärke – Fundamentaldaten bleiben belastend


Der Weizen-Future an der CBOT konnte in der vergangenen Woche überraschend zulegen und schloss bei rund 549 US-Cent pro Bushel. Auf Wochenbasis ergibt sich damit ein Plus von etwa 3,88%. Nach den zuvor eher ruhigen Handelswochen war das eine auffällig positive Bewegung und zeigt, dass temporär Kaufinteresse in den Markt zurückgekehrt ist.

Allerdings passt diese Stärke nur bedingt zum fundamentalen Umfeld. Die globalen Angebotsaussichten bleiben komfortabel: steigende Exportmengen, gute Ernteperspektiven und hohe Lagerbestände begrenzen das Aufwärtspotenzial strukturell. Entsprechend wirkt die Bewegung eher wie eine technische Gegenreaktion nach vorheriger Schwächephase als der Beginn eines neuen Trends.

Auch die Positionierung bestätigt dieses Bild. Das Managed Money hält weiterhin eine große Short-Position von über 71.000 Kontrakten. Diese Größe deutet darauf hin, dass institutionelle Marktteilnehmer weiterhin eher auf fallende Preise setzen und steigende Kurse aktuell eher zum Glattstellen genutzt werden könnten.

Saisonal spricht ebenfalls wenig für nachhaltige Stärke. Historisch tendiert Weizen nach solchen kurzfristigen Anstiegen wieder zur Schwäche, insbesondere wenn keine wetterbedingten Angebotsrisiken auftreten.

Fazit: Der Anstieg wirkt technisch und nicht strukturell. Solange die fundamentale Überversorgung bestehen bleibt, dürften Erholungen im Weizen-Future eher Verkaufsgelegenheiten als der Beginn eines neuen Aufwärtstrends sein.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.