Weizen im Spannungsfeld – Short-Abbau trifft auf schwache Saisonalität
Rohstoffe
Carsten Stork
07. April 2026

Weizen im Spannungsfeld – Short-Abbau trifft auf schwache Saisonalität

Weizen im Spannungsfeld – Short-Abbau trifft auf schwache Saisonalität


Der CBOT Weizen-Future zeigte in der vergangenen Woche eine eher schwache Entwicklung und verlor 1,32 %, mit einem Wochenschluss bei 597,75 US-Cent. Die Handelswoche war insgesamt wenig dynamisch und geprägt von Unsicherheit sowie Positionsanpassungen vor dem verlängerten Wochenende.

Fundamental bleibt das Bild gemischt. Auf der einen Seite wirken steigende Energiepreise grundsätzlich unterstützend, da höhere Kosten für Dünger, Transport und Produktion langfristig preistreibend für Agrarrohstoffe sind. Auch die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten verstärken diese Effekte zusätzlich über steigende Inputkosten. Gleichzeitig sorgen jedoch schwächere Exportzahlen aus den USA sowie ein stärkerer US-Dollar kurzfristig für Gegenwind, da US-Weizen auf dem Weltmarkt an Wettbewerbsfähigkeit verliert.

Interessant ist die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Short-Positionen weiter reduziert und hält aktuell nur noch rund 9.400 Kontrakte short. Das deutet darauf hin, dass sich der Verkaufsdruck im Markt langsam abbaut und die extreme negative Positionierung der vergangenen Monate zunehmend aufgelöst wird.

Auf der Angebotsseite bleibt die Wetterentwicklung ein entscheidender Faktor. Die anhaltend trockenen Bedingungen in den US-Plains stellen ein Risiko für die Ernte dar und könnten in den kommenden Wochen stärker in den Fokus rücken. Gleichzeitig liegen die Erwartungen für die Anbauflächen unter den Prognosen, was mittelfristig ebenfalls unterstützend wirken kann.

Saisonal ergibt sich jedoch ein klar dämpfender Faktor. Historisch zeigt der Weizen-Future bis in die Sommermonate hinein eine eher schwache Entwicklung, was aktuell gegen eine nachhaltige Aufwärtsbewegung spricht.

Fazit:

Der Weizen-Future befindet sich aktuell in einem Spannungsfeld aus unterstützenden Fundamentaldaten und schwacher Saisonalität. Die rückläufige Short-Positionierung ist ein positives Signal, reicht jedoch bislang nicht aus, um eine klare Trendwende zu bestätigen. Kurzfristig bleibt das Umfeld daher anfällig, während mittelfristig steigende Energiepreise und Wetterrisiken wieder stärker in den Vordergrund rücken könnten.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.