Weizen-Future: Deutlicher Rücksetzer durch Wetterentlastung und schwächere Energiepreise
Rohstoffe
Carsten Stork
01. Juni 2026

Weizen-Future: Deutlicher Rücksetzer durch Wetterentlastung und schwächere Energiepreise

Weizen-Future: Deutlicher Rücksetzer durch Wetterentlastung und schwächere Energiepreise


Der Weizen-Future an der CBOT stand in der vergangenen Woche deutlich unter Druck. Auf Wochensicht verlor der Markt 5,72 % und schloss bei 610,25 US-Cent je Bushel. Damit bleibt Weizen kurzfristig einer der schwächeren Agrarmärkte. Belastend wirkten vor allem Gewinnmitnahmen, bessere Wetterperspektiven in wichtigen Anbauregionen und der deutliche Rückgang beim Rohölpreis. Zusätzlich wurde vor dem Monatsende Risiko aus den Getreidemärkten genommen.

Der Markt reagierte besonders sensibel auf die nachlassenden Wettersorgen. Zwar hat die US-Weizenernte in einigen Regionen bereits deutliche Schäden durch Trockenheit erlitten, gleichzeitig haben sich die Aussichten in anderen wichtigen Produktionsländern verbessert. Auch die bevorstehenden Ernten auf der Nordhalbkugel begrenzen kurzfristig das Aufwärtspotenzial. Hinzu kommt die Erwartung einer soliden russischen Getreideernte, was den internationalen Wettbewerb für US-Weizen verschärfen kann.

Die geopolitische Komponente bleibt ebenfalls wichtig. Die Hoffnung auf eine mögliche Einigung zwischen den USA und Iran hat Risikoaufschläge aus vielen Rohstoffmärkten genommen. Schwächere Energiepreise belasten dabei nicht nur Öl, sondern auch Agrarrohstoffe insgesamt.
Die COT-Daten zeigen, dass das Managed Money im Weizen weiterhin leicht short positioniert ist. Das ist kein extremes Signal, zeigt aber, dass spekulatives Kapital dem Markt aktuell noch keine klare Aufwärtsbewegung zutraut.

Fazit:
Weizen hat mit -5,72 % eine schwache Woche hinter sich und bei 610,25 US-Cent geschlossen. Wetterentlastung, schwächere Energiepreise und Gewinnmitnahmen belasten. Die Positionierung bleibt leicht short und damit vorsichtig. Entscheidend wird nun, ob sich der Markt im Bereich der aktuellen Niveaus stabilisieren kann oder ob der Druck bis zur Erntephase anhält.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.