Weizen bleibt stark – Dürre treibt Preise trotz saisonalem Gegenwind
Rohstoffe
Carsten Stork
03. Mai 2026

Weizen bleibt stark – Dürre treibt Preise trotz saisonalem Gegenwind

Weizen bleibt stark – Dürre treibt Preise trotz saisonalem Gegenwind


Der Weizen-Future an der CBOT zeigte in der vergangenen Woche eine starke Entwicklung und legte um +3,29 % zu. Der Schlusskurs lag bei 636,50 US-Cent pro Bushel. Zwischenzeitlich war die Bewegung noch deutlich dynamischer: Zur Wochenmitte stieg der Future auf über 670 US-Cent und erreichte damit ein Niveau nahe der höchsten Kurse seit 2024. Danach setzte zwar eine spürbare Gegenbewegung ein, dennoch bleibt die Wochenbilanz klar positiv.

Der zentrale Treiber bleibt die angespannte Wetterlage in den USA. Besonders in den Plains nehmen die Sorgen über Dürreschäden am Winterweizen weiter zu. Die Erntebedingungen haben sich deutlich verschlechtert, und Marktteilnehmer diskutieren bereits Szenarien, die an frühere extreme Trockenphasen erinnern. Entscheidend ist dabei, dass mögliche Ertragseinbußen nicht erst theoretisch sind, sondern in vielen Regionen bereits sichtbar werden.

Zusätzlich wirkt die Düngemittelproblematik unterstützend. Die hohen Urea-Preise und die gestörten Lieferketten rund um den Nahostkonflikt erhöhen die Produktionskosten und können die Ertragserwartungen weiter belasten. Damit entsteht ein Umfeld, in dem Wetterrisiken und Inputkosten gleichzeitig auf das Angebot drücken.

Die COT-Daten liefern dagegen noch kein klares bullisches Signal. Das Managed Money hält weiterhin eine Short-Position von rund 25.537 Kontrakten. Diese Positionierung ist nicht extrem groß, zeigt aber, dass spekulative Investoren den jüngsten Anstieg noch nicht vollständig mitgehen. Sollte der Markt weiter steigen, könnte daraus zusätzlicher Kaufdruck durch Short-Covering entstehen.

Saisonal bleibt das Bild kurzfristig schwierig. Historisch tendiert Weizen bis Anfang Juli eher schwächer. Genau deshalb ist die aktuelle Stärke bemerkenswert, weil sie gegen den saisonalen Gegenwind läuft.

Fazit:

Weizen bleibt fundamental interessant. Dürre, hohe Düngemittelkosten und mögliche Short-Covering-Effekte stützen den Markt. Die Saisonalität mahnt zur Vorsicht, aber das aktuelle Setup bleibt konstruktiv. Der Markt zeigt Stärke, obwohl Positionierung und Saisonalität noch nicht voll unterstützen – genau das macht die Bewegung relevant.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.