
Waffenruhe zwischen USA und Iran – Was bedeutet das für die Aktienmärkte?
Nach der überraschenden Waffenruhe zwischen USA und Iran reagieren die Aktienmärkte mit Erleichterung. Doch wie stabil ist dieses neue Momentum wirklich?
In der letzten Nacht wurde eine zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran verkündet, die bisher noch nicht vollständig eingehalten wird, jedoch bereits von den Märkten stark bewertet wird.
Grundlage ist ein Zehn-Punkte-Plan, der für den Iran weitaus bessere Konditionen als vor dem Krieg vorsieht, was die Verhandlungsstärke Teherans eindrucksvoll unterstreicht. Obwohl die konkreten Auswirkungen auf die geopolitische Lage unsicher bleiben, zeigt sich die Börse momentan erleichtert und prognostiziert einen deutlichen Kursanstieg zu Handelsbeginn.
Technisch betrachtet hatten sich die US-Aktienmärkte vor der Eskalation in einer bullischen Formation („Rounding Top“) bewegt, die von den vorbörslichen Kursgewinnen bestärkt wird. Anleger tendieren derzeit dazu, Short-Positionen zu schließen und auf Long-Setups zu setzen.
Allerdings bleibt abzuwarten, ob die Waffenruhe hält und wie die Bedingungen im strategisch wichtigen Seeweg Straße von Hormus gestaltet werden. Zusätzlich ist auffällig, dass das Absicherungsvolumen (Put-Volumen im S&P 500) ein Niveau erreicht hat, das historisch oft am Beginn von Börsenböden stand – ein Hinweis auf kurzfristig positive Stimmung. Insgesamt bieten sich Chancen für Anleger, die jetzt strategisch auf eine Beruhigung der Situation setzen wollen.

Dennis Riedl
Dr. Dennis Riedl - Chefredakteur alpha-Strategien, Aktie und Hebel der Woche. Dr. Dennis Riedl ist studierter Mathematiker und Finanzmarktanalyst. Er testet die Aktienmärkte auf tatsächliche Muster ohne Rücksicht auf Meinungen und Gedanken. Sein Fachgebiet ist also die quantitative Analyse, das Aufspüren realer Börsenphänomene. Mit dem alphaDEPOT begleitet er Anleger durch wiederkehrende Marktmuster über alle Assetklassen und Börsenphasen hinweg. Besonders beliebt ist sein Börsen-Channel auf YouTube.
