
Rohstoffe
Carsten Stork
08. Juni 2026
Uran-Aktien brechen ein: URA verliert trotz zuvor stabilem Setup massiv an Boden
Uran-Aktien brechen ein: URA verliert trotz zuvor stabilem Setup massiv an Boden

Der Global X Uranium ETF ist in der vergangenen Woche massiv unter Druck geraten. Auf Wochenbasis verlor URA 10,67 % und schloss bei 45,30 US-Dollar. Besonders auffällig war dabei der Verlauf: Bis Dienstag sah das Bild noch deutlich stabiler aus. Der ETF konnte im Wochenverlauf sogar oberhalb von 53 US-Dollar schließen und damit zunächst den Eindruck einer technischen Erholung bestätigen. Danach drehte der Markt jedoch abrupt nach unten.
Der entscheidende Bruch kam am Freitag. Mit der Eröffnung des US-Marktes setzte ein massiver Abverkauf ein, der den ETF deutlich unter Druck brachte. Auch hier spielte der starke US-Arbeitsmarktbericht eine zentrale Rolle. Die deutlich besseren Beschäftigungsdaten haben die Zinserwartungen in den USA weiter nach oben verschoben, den US-Dollar gestützt und Risikoanlagen belastet. In einem solchen Umfeld geraten vor allem thematische Aktien-ETFs schnell unter Druck, weil Investoren Risiko reduzieren und Liquidität schaffen.
Das ist besonders ärgerlich, weil die eigentliche Uran-Story dadurch kurzfristig überlagert wird. Der Spotpreis für Uran hielt sich zuletzt im Bereich um 86 US-Dollar je Pfund weiterhin relativ stabil. Das Problem lag also weniger im Rohstoff selbst, sondern in der Reaktion der Uran-Aktien auf den breiteren Equity-Sell-off. URA handelt derzeit stärker wie ein risikosensitiver Aktienkorb als wie ein direkter Uranpreis-Trade.
Technisch hat sich das Bild durch den Rückgang deutlich verschlechtert.
Der zuvor wichtige Bereich um 49 bis 50 US-Dollar wurde nicht gehalten. Damit ist der Erholungsversuch zunächst gescheitert. Entscheidend wird nun sein, ob sich der ETF nach diesem scharfen Rücksetzer stabilisieren kann oder ob weitere technische Verkäufe folgen.
Fazit:
Der Global X Uranium ETF hatte eine sehr schwache Woche. Das Minus von 10,67 % und der Schlusskurs bei 45,30 US-Dollar zeigen klaren Verkaufsdruck. Besonders enttäuschend ist, dass der vorherige Erholungsversuch oberhalb von 53 US-Dollar vollständig abverkauft wurde. Die langfristige Uran-Story bleibt intakt, kurzfristig dominiert jedoch der Druck auf Uran-Aktien. Wir beobachten die Position engmaschig und prüfen, ob sich nach dem Abverkauf eine Stabilisierung ausbildet.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.