
Sojabohnen unter Druck – starke Nachfrage trifft auf schwache Exporte
Sojabohnen unter Druck – starke Nachfrage trifft auf schwache Exporte

Der Sojabohnen-Future an der CBOT konnte in der vergangenen Woche nicht überzeugen und schloss mit einem Minus von 0,74 % bei 1.165,75 US-Cent. Nach zwischenzeitlichen Anstiegen fehlte es dem Markt an Anschlusskäufen, sodass sich insgesamt eine eher schwache Handelswoche ergab.
Fundamental zeigt sich aktuell ein zweigeteiltes Bild. Auf der einen Seite bleibt die Inlandsnachfrage in den USA sehr robust. Die jüngsten NOPA-Daten zeigen mit 226,2 Millionen Bushel den zweithöchsten Crush-Wert aller Zeiten für einen Monat, rund 13 % über dem Vorjahr. Das unterstreicht, dass sich die Nachfrage zunehmend vom Export hin zur heimischen Verarbeitung verschiebt, wobei insbesondere die Nachfrage nach Sojaöl und stabile Crush-Margen den Markt stützen.
Auf der anderen Seite enttäuscht die Exportseite. Die wöchentlichen USDA-Daten zeigen, dass die Sojabohnen-Exportverkäufe mit 247.900 Tonnen auf einem Marketingjahrestief liegen und damit am unteren Ende der Erwartungen. Diese Schwäche begrenzt aktuell das Aufwärtspotenzial.
Zusätzliche Impulse kamen von der Wetterseite. Regenfälle im US-Midwest haben die Feldarbeit und frühe Aussaat verzögert, was kurzfristig eine Risikoprämie in den Markt gebracht hat. Gleichzeitig halten sich Farmer mit Verkäufen zurück, was den Markt stabilisiert, ohne jedoch eine klare Aufwärtsdynamik zu erzeugen.
Ein Blick auf die Positionierung zeigt weiterhin ein konstruktives Bild. Das Managed Money hält unverändert eine Long-Position von über 200.000 Kontrakten und bleibt damit strukturell bullish positioniert.
Auch saisonal spricht das Umfeld weiterhin für den Markt. Historisch tendieren Sojabohnen bis Ende Juni nach oben, was die aktuelle Konsolidierung eher als Zwischenphase erscheinen lässt.
Fazit:
Der Sojabohnenmarkt befindet sich aktuell in einem Spannungsfeld aus starker Inlandsnachfrage und schwachen Exportdaten. Die Positionierung bleibt klar bullish und auch die Saisonalität spricht für steigende Preise. Kurzfristig fehlt jedoch der klare Trigger für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung, sodass der Markt vorerst in einer Konsolidierungsphase verharren könnte.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.