Sojabohnen geben Gewinne ab – China-Enttäuschung belastet Agrarmärkte
Rohstoffe
Carsten Stork
18. Mai 2026

Sojabohnen geben Gewinne ab – China-Enttäuschung belastet Agrarmärkte

Sojabohnen geben Gewinne ab – China-Enttäuschung belastet Agrarmärkte


Der Sojabohnen-Future ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. Auf Wochensicht verlor der Future 2,40 % und schloss bei 1.177,25 US-Cent. Besonders auffällig war erneut der Wochenverlauf: Zur Wochenmitte konnten Sojabohnen noch bis auf 1.231 US-Cent ansteigen, die Gewinne wurden jedoch bis zum Wochenschluss wieder vollständig abgegeben. Der Schlusskurs nahe dem Wochentief zeigt, dass der Verkaufsdruck bis Freitag anhielt.

Belastet wurde der Markt vor allem durch die Enttäuschung nach dem Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping. Zwar wurde von möglichen umfangreichen chinesischen Käufen amerikanischer Agrarprodukte gesprochen, konkrete Details zu Volumen, Zeitplan und Produktgruppen blieben jedoch aus. Genau das hat die Getreide- und Ölsaatenmärkte enttäuscht. Viele Händler hatten im Vorfeld auf belastbare Signale für neue Käufe gehofft, insbesondere bei Sojabohnen.

Auch der NOPA-Report lieferte keinen klaren bullischen Impuls. Die Sojabohnenverarbeitung lag leicht unter den Erwartungen, wurde vom Markt aber eher neutral eingeordnet. Damit fehlte zum Wochenschluss ein neuer Katalysator, um die vorherige Stärke zu verteidigen.

Trotz des Rücksetzers bleiben die COT-Daten konstruktiv. Das Managed Money hält weiterhin eine signifikante Long-Position von mehr als 224.000 Kontrakten. Das zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer die übergeordnete Sojabohnen-Story weiterhin unterstützen. Gleichzeitig macht eine so große Long-Positionierung den Markt anfällig, wenn politische Erwartungen enttäuscht werden und Gewinne abgebaut werden.

Saisonal bleibt das Bild ebenfalls positiv. Sojabohnen haben aus saisonaler Sicht grundsätzlich die Tendenz, bis Ende Juni weiter anzusteigen.

Fazit:
Sojabohnen haben eine enttäuschende Woche gezeigt, aber die übergeordnete Struktur ist noch nicht gebrochen. Der Rücksetzer auf 1.177,25 US-Cent und der schwache Wochenschluss mahnen zur Vorsicht. Die starke Managed-Money-Long-Position und die positive Saisonalität sprechen jedoch dafür, dass der Markt weiter interessant bleibt.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.