Silber zwischen Spekulation und Schwäche
Rohstoffe
Carsten Stork
16. Februar 2026

Silber zwischen Spekulation und Schwäche

Silber zwischen Spekulation und Schwäche


Der Silber-Future an der COMEX zeigte in der vergangenen Woche kaum Fortschritt und verlor auf Wochenbasis 0,31 %. Der Schlusskurs lag bei 77,27 USD je Unze. Hinter dieser unspektakulären Wochenbilanz verbirgt sich jedoch weiterhin eine enorme Volatilität: In der Spitze wurde ein Niveau über 86 USD erreicht, während das Wochentief erneut knapp unter 74 USD lag.

Zu Wochenbeginn wurde ein neuer Micro-Future mit lediglich 100 Unzen Nominalwert eingeführt. Dadurch kam zusätzlich spekulatives Kapital in den Markt, was die Bewegungen eher verstärkt als beruhigt haben dürfte. Gleichzeitig wirkt es widersprüchlich, dass auf der einen Seite höhere Margins zur Dämpfung der Schwankungen eingesetzt werden, während auf der anderen Seite kleinere Kontraktgrößen die Handelsteilnahme und damit die kurzfristige Dynamik erhöhen.

Auch die Positionierung bleibt ein Belastungsfaktor. Das Managed Money hat seine Long-Positionen weiter reduziert und hält nur noch knapp unter 23.000 Kontrakte. Das signalisiert nachlassende Überzeugung auf der Käuferseite.

Saisonal ergibt sich ebenfalls kein besonders freundliches Bild. Zwar besteht kurzfristig noch Potenzial bis Mitte/Ende Februar, danach tendiert Silber historisch eher schwächer, insbesondere im Vergleich zu anderen Industriemetallen.

Fazit: Trotz hoher Schwankungsbreite fehlt dem Silbermarkt aktuell die strukturelle Unterstützung durch Positionierung und Saisonalität. Die Volatilität bleibt hoch, die übergeordnete Ausgangslage wirkt jedoch eher anfällig für weitere Rücksetzer.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.