Silber zieht stark an – geopolitische Entspannung trifft auf schwächeren Dollar
Rohstoffe
Carsten Stork
19. April 2026

Silber zieht stark an – geopolitische Entspannung trifft auf schwächeren Dollar

Silber zieht stark an – geopolitische Entspannung trifft auf schwächeren Dollar


Der Silber-Future konnte in der vergangenen Woche deutlich zulegen und schloss mit einem Plus von 6,47 % bei 80,93 US-Dollar je Unze. Zwischenzeitlich stieg der Preis am Freitag bis auf über 83 US-Dollar, konnte dieses Niveau jedoch nicht halten und ging mit einem leichten Sell-off in den US-Handelsschluss.

Treiber der Bewegung war vor allem die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten. Die Aussicht auf eine Entspannung im Iran-Konflikt sowie die Wiederöffnung der Straße von Hormuz sorgten für fallende Ölpreise und einen schwächeren US-Dollar. Genau diese Kombination wirkte unterstützend auf den Edelmetallkomplex. Sinkende Inflationserwartungen und die damit verbundenen Hoffnungen auf perspektivisch lockerere Geldpolitik erhöhten die Attraktivität von Silber zusätzlich.

Gleichzeitig zeigt sich, dass Silber weiterhin sehr stark auf makroökonomische Impulse reagiert. Während die Eskalation im Konflikt zuvor belastend wirkte – vor allem über steigende Zinsen und einen starken Dollar – führte die Deeskalation nun zu einem dynamischen Rebound. Die Bewegung ist damit weniger ein klassischer Safe-Haven-Trade, sondern vielmehr getrieben durch Dollar- und Zinsdynamik.

Ein Blick auf die Positionierung bestätigt dieses Bild. Die COT-Daten zeigen kaum Veränderungen. Das Managed Money hält mit aktuell 23.562 Kontrakten weiterhin eine stabile Long-Position, die sich seit Wochen kaum verändert hat. Neue spekulative Zuflüsse sind bislang also nicht der Haupttreiber der Rally.

Saisonal bleibt das Bild dagegen herausfordernd. Historisch zeigt Silber bis Ende Juni eine eher schwache Tendenz, was darauf hindeutet, dass die aktuelle Stärke eher taktischer Natur sein könnte.

Fazit:

Silber hat eine starke Woche hinter sich, getrieben von geopolitischer Entspannung, fallendem Dollar und sinkenden Inflationserwartungen. Dennoch bleibt Vorsicht angebracht: Die Rally wurde nicht durch eine klare Positionsausweitung untermauert und trifft auf eine saisonal schwächere Phase. Kurzfristig bleibt das Umfeld konstruktiv, mittelfristig jedoch anfällig für Rücksetzer.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.