Silber unter Druck – Zinssorgen dominieren Marktgeschehen
Rohstoffe
Carsten Stork
16. März 2026

Silber unter Druck – Zinssorgen dominieren Marktgeschehen

Silber unter Druck – Zinssorgen dominieren Marktgeschehen


Der Silber-Future geriet in der vergangenen Handelswoche erneut deutlich unter Druck. Nach dem bereits sehr schwachen Verlauf in der Vorwoche setzte sich die Abwärtsbewegung fort. Der Kontrakt verlor weitere 4,73 % und schloss nahezu am Wochentief bei 80,645 US-Dollar je Unze. Besonders auffällig war dabei die hohe Volatilität innerhalb der Woche. Zwischenzeitlich konnte Silber noch auf über 90 US-Dollar ansteigen, gab diese Gewinne jedoch vollständig wieder ab und verlor im Anschluss rund 10 US-Dollar an Wert.

Belastend wirkten vor allem makroökonomische Faktoren. Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten führte zu steigenden Energiepreisen und damit zu höheren Inflationserwartungen. In der Folge wurden Zinssenkungserwartungen weiter zurückgenommen, was den US-Dollar stärkte und Edelmetalle insgesamt unter Druck brachte. Silber, das traditionell sensibel auf Zins- und Währungsentwicklungen reagiert, zeigte sich entsprechend anfällig.

Ein Blick auf die Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer liefert ein differenziertes Bild. Das Managed Money hat seine Long-Positionen zuletzt reduziert, hält jedoch weiterhin rund 24.778 Kontrakte auf der Long-Seite. Dies deutet darauf hin, dass trotz der aktuellen Schwäche weiterhin strukturelles Vertrauen in den Markt vorhanden ist.

Saisonal betrachtet befindet sich Silber derzeit in einer eher ungünstigen Phase. Historisch zeigt der Markt bis etwa Ende Juni eine tendenziell schwächere Entwicklung. Dieses Muster könnte kurzfristig zusätzlichen Gegenwind für den Preisverlauf bedeuten.

Fazit:

Der Silber-Future hat seine Abwärtsbewegung fortgesetzt und die Woche nahe dem Tief beendet. Der stärkere US-Dollar, rückläufige Zinssenkungserwartungen und eine saisonal schwache Phase sprechen kurzfristig für ein herausforderndes Marktumfeld. Die weiterhin bestehende Long-Positionierung spekulativer Anleger könnte jedoch stabilisierend wirken, sofern sich das makroökonomische Umfeld wieder zugunsten der Edelmetalle verändert.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.