Silber nach Crash weiter unter Druck – Volatilität extrem hoch
Rohstoffe
Carsten Stork
10. Februar 2026

Silber nach Crash weiter unter Druck – Volatilität extrem hoch

Silber nach Crash weiter unter Druck – Volatilität extrem hoch


Der Silber Future stand auch in der vergangenen Woche erneut deutlich unter Druck und verlor weitere 8,86 %, nachdem bereits in der Vorwoche ein massiver Rückgang von 17,4 % zu verzeichnen war. Die Woche endete bei 77,52 US-Dollar je Unze. Auf den ersten Blick wirkt dieser Rückgang moderat, doch im Kontext der vorherigen Bewegung zeigt sich die tatsächliche Dynamik: Noch am 29.01. wurde ein Hoch bei 121,78 US-Dollar erreicht, womit sich innerhalb weniger Tage ein massiver Preisverfall entwickelte.

Besonders auffällig war dabei die extreme Intraday-Volatilität. In der asiatischen Sitzung von Donnerstag auf Freitag fiel der Future zeitweise auf die Marke von 64 US-Dollar, bevor eine Gegenbewegung einsetzte. Diese Schwankungen verdeutlichen, dass der Markt derzeit stark von Liquiditäts- und Positionsanpassungen geprägt ist. Auch die COT-Daten bestätigen die laufende Bereinigung. Das Managed Money reduziert seine Long-Positionen weiter deutlich und hält aktuell nur noch 25.877 Kontrakte Long. Die Positionierung ist damit zwar weiterhin positiv, nimmt jedoch spürbar ab und signalisiert nachlassende spekulative Unterstützung.

Aus saisonaler Sicht nähert sich Silber zudem einem typischen Wendepunkt. Historisch tendiert der Markt um den 20. Februar herum zu einem Hoch, bevor häufig eine schwächere Phase folgt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktstruktur stellt sich daher die Frage, ob der Sell-off bereits abgeschlossen ist. Die Kombination aus Positionsabbau, extremer Volatilität und saisonalem Muster spricht derzeit eher gegen eine schnelle nachhaltige Erholung.

Fazit: Der Markt befindet sich weiterhin in einer Bereinigungsphase. Trotz zwischenzeitlicher Gegenbewegungen deutet die Struktur aktuell nicht auf eine stabile Bodenbildung hin, vielmehr bleibt das Risiko weiterer Abwärtsbewegungen erhöht.


Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.