Silber-Future: Deutlicher Abverkauf – Saisonalität und Positionierung bleiben Gegenwind
Rohstoffe
Carsten Stork
26. April 2026

Silber-Future: Deutlicher Abverkauf – Saisonalität und Positionierung bleiben Gegenwind

Silber-Future: Deutlicher Abverkauf – Saisonalität und Positionierung bleiben Gegenwind


Der Silber-Future an der CME zeigte in der vergangenen Woche eine deutliche Schwäche und verlor 6,42 %. Der Markt fiel praktisch die gesamte Woche über und schloss nahezu am Wochentief. Zwar konnte sich Silber am Freitag nach einem Rückgang bis auf 73,84 US-Dollar noch etwas erholen, der Wochenschluss bei 75,685 US-Dollar bleibt jedoch klar schwach.

Auffällig ist dabei, dass Silber aktuell ähnlich wie Gold nicht mehr sauber als klassischer Safe-Haven reagiert. Die Eskalation im Nahen Osten und die anhaltende Blockade der Straße von Hormus hätten historisch eher unterstützend wirken müssen. Stattdessen belasten steigende Energiepreise, Inflationsängste und die Erwartung länger hoher Zinsen den Markt deutlich stärker.

Genau diese Marktmechanik drückt aktuell auf die Edelmetalle. Höhere Öl- und Gaspreise erhöhen das Risiko neuer Inflationsschübe, was wiederum die Wahrscheinlichkeit aggressiver Zinssenkungen reduziert. Für nicht verzinsliche Assets wie Silber ist das kurzfristig klar negativ.

Die leichte Erholung am Freitag kam vor allem durch neue Hoffnungen auf Fortschritte in den US-Iran-Gesprächen zustande. Dennoch bleibt das Gesamtbild schwach, da der Markt insgesamt weiterhin stark unter dem Druck von Realzinsen und Dollarstärke steht.

Auch die COT-Daten bestätigen diese Zurückhaltung. Das Managed Money hat den Preisrückgang nicht genutzt, um Long-Positionen aggressiv auszubauen. Seit Mitte Januar hält sich die Positionierung relativ konstant auf niedrigem Niveau bei rund 23.720 Kontrakten Long. Das zeigt, dass institutionelle Investoren aktuell keine hohe Überzeugung auf der Long-Seite haben.

Saisonal bleibt das Umfeld ebenfalls schwierig. Darauf haben wir bereits mehrfach hingewiesen: Historisch tendiert Silber von jetzt an weiter schwächer, wobei das saisonale Tief oft erst Ende Juni erreicht wird. Diese Phase läuft aktuell genau gegen den Markt.

Technisch wird nun entscheidend sein, ob sich Silber oberhalb der Zone um 73 bis 74 US-Dollar stabilisieren kann. Ein klarer Bruch darunter würde das Chartbild deutlich weiter verschlechtern.

Fazit:

Die vergangene Woche bestätigt das aktuell schwache Gesamtbild im Silber-Future. Negative Saisonalität, zurückhaltende Positionierung im Managed Money und das belastende Umfeld aus Inflation, hohen Energiepreisen und Zinserwartungen sprechen kurzfristig weiter gegen eine nachhaltige Erholung. Die leichte Stabilisierung zum Wochenschluss ist noch kein Trendwechsel. Solange kein klarer Reversal-Impuls entsteht, bleibt Silber kurzfristig eher ein Markt für Vorsicht als für aggressive Long-Positionen.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.