Silber bricht scharf ein – fast 14 Dollar Verlust in zwei Handelstagen
Rohstoffe
Carsten Stork
18. Mai 2026

Silber bricht scharf ein – fast 14 Dollar Verlust in zwei Handelstagen

Silber bricht scharf ein – fast 14 Dollar Verlust in zwei Handelstagen


Der Silver-Future hat in der vergangenen Woche eine extrem volatile und letztlich sehr schwache Handelswoche erlebt. Auf Wochensicht verlor Silber 5,57 % und schloss bei 76,295 US-Dollar je Unze. Besonders auffällig war dabei der Wochenverlauf: Zur Wochenmitte konnte Silber noch auf über 90 US-Dollar ansteigen, bevor der Markt am Donnerstag und Freitag massiv unter Druck geriet. Vom Hoch aus verlor Silber damit fast 14 US-Dollar innerhalb von nur zwei Handelstagen. Für Silber ist das eine außergewöhnlich heftige Bewegung.

Der wichtigste Belastungsfaktor war die deutliche Neubewertung der Zinserwartungen. Die höheren US-Inflationsdaten, stark steigende Energiepreise und der feste US-Dollar haben die Märkte dazu gezwungen, wieder mögliche Zinserhöhungen der Fed einzupreisen. Für Edelmetalle ist das ein schwieriges Umfeld, weil steigende Renditen die Attraktivität nicht verzinslicher Anlagen deutlich verringern.

Zusätzlich wirkte die Bewegung technisch verschärfend. Silber war zuvor stark gelaufen, sodass der Markt anfällig für Gewinnmitnahmen war. Der Schluss nahezu am Wochentief zeigt, dass der Verkaufsdruck bis zum Ende der Woche anhielt.

Die COT-Daten liefern noch kein klares bärisches Signal. Das Managed Money hat seine Long-Position sogar leicht ausgebaut und hält aktuell 26.111 Kontrakte long. Das zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer die übergeordnete Silber-Story noch nicht aufgegeben haben. Gleichzeitig bleibt diese Long-Positionierung ein Risiko, falls weitere Gewinnmitnahmen folgen.

Saisonal sieht das Bild aktuell schwierig aus. Silber hat historisch eher die Tendenz, bis Ende Juni weiter unter Druck zu stehen.

Fazit:
Silber bleibt kurzfristig angeschlagen. Der Rückgang von über 90 US-Dollar auf 76,295 US-Dollar, der Schluss nahe dem Wochentief und die schwache Saisonalität sprechen für Vorsicht. Die COT-Daten bleiben zwar konstruktiv, aber Zinsen, Dollar und Momentum belasten den Markt deutlich.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.