Schwacher Frontmonat, aber Exportnachfrage bleibt ein stabilisierender Faktor
Rohstoffe
Carsten Stork
01. Juni 2026

Schwacher Frontmonat, aber Exportnachfrage bleibt ein stabilisierender Faktor

Schwacher Frontmonat, aber Exportnachfrage bleibt ein stabilisierender Faktor


Der Baumwolle-Future hat die Woche uneinheitlich beendet. Während die vorderen Kontrakte am Freitag unter Druck standen, konnten spätere Laufzeiten leicht zulegen. Der Juli-Kontrakt verlor am Freitag 62 Punkte und beendete die Woche insgesamt 127 Punkte tiefer. Der Dezember-Kontrakt konnte dagegen auf Wochensicht leicht zulegen. Damit bleibt der Markt kurzfristig angeschlagen, zeigt aber keine einheitliche Schwäche über die gesamte Terminkurve.

Belastend wirkten zuletzt mehrere Faktoren. Baumwolle handelt weiterhin nahe dem niedrigsten Niveau seit Mitte April. Der Rückgang beim Rohölpreis war ein zusätzlicher Druckfaktor, da niedrigere Ölpreise synthetische Fasern relativ attraktiver machen können. Gleichzeitig flossen vor dem Wochenende Gelder aus dem Markt ab, während Investoren auf die weitere Entwicklung rund um das mögliche Abkommen zwischen den USA und Iran blickten.

Auch die Angebotsseite bleibt kurzfristig ein Belastungsfaktor. Die ICE-zertifizierten Bestände sind weiter gestiegen und erreichten mit über 225.000 Ballen den höchsten Stand seit Juli 2017. Hinzu kommen verbesserte Wetterbedingungen im US-Baumwollgürtel, insbesondere in West-Texas. Dadurch haben sich die Sorgen um Trockenheit reduziert, und die Aussichten für die neue Ernte haben sich verbessert. Die US-Baumwollaussaat lag zuletzt bei 53 % und damit leicht über dem Fünfjahresdurchschnitt.

Auf der anderen Seite bleibt die Exportnachfrage solide. Die USDA-Exportdaten zeigten Verkäufe von 153.622 Running Bales für 2025/26 – ein Vierwochenhoch. Vietnam, Pakistan und China gehörten zu den wichtigsten Käufern. Auch die Verschiffungen erreichten mit 317.706 Running Bales ein Dreiwochenhoch. Das zeigt, dass Nachfrage vorhanden ist, auch wenn der Markt diese Daten derzeit noch nicht stärker honoriert.

Fazit:
Cotton bleibt kurzfristig unter Druck. Höhere Lagerbestände, bessere Wetterbedingungen und ein schwächeres Rohölumfeld belasten den Markt. Gleichzeitig sprechen die Exportzahlen gegen ein einseitig negatives Bild. Für uns bleibt entscheidend, ob die starke Exportnachfrage den Angebotsdruck in den kommenden Wochen ausgleichen kann. Die Position braucht weiter Geduld, bleibt aber eng zu beobachten.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.