Schwache Woche nahe den Tiefs, Saisonalität bleibt noch Gegenwind
Rohstoffe
Carsten Stork
01. Juni 2026

Schwache Woche nahe den Tiefs, Saisonalität bleibt noch Gegenwind

Schwache Woche nahe den Tiefs, Saisonalität bleibt noch Gegenwind


Der Arabica-Coffee-Future an der ICE US hat die vergangene Woche erneut schwächer beendet. Auf Wochensicht verlor der Markt 2,03 % und schloss bei 265,90 US-Cent je Pfund nahezu am Wochentief. Damit bleibt Kaffee kurzfristig klar unter Druck. Die Bewegung passt zum übergeordnet schwachen Bild der vergangenen Monate, nachdem Arabica-Futures inzwischen wieder in der Nähe der niedrigsten Niveaus seit November 2024 handeln.

Belastend wirkt vor allem die Erwartung einer sehr starken Ernte in Brasilien. Mehrere Schätzungen gehen inzwischen von einer deutlichen Erholung der brasilianischen Produktion aus, nachdem das Vorjahr schwächer ausgefallen war. Conab hat die Prognose für die brasilianische Kaffeeproduktion 2026/27 zuletzt auf einen Rekordwert von 66,7 Mio. Säcken angehoben. Besonders die Arabica-Produktion soll mit 45,8 Mio. Säcken deutlich über dem Vorjahr liegen. Das ist kurzfristig ein klarer Belastungsfaktor, weil der Markt wieder mit einer besseren Versorgungslage rechnet.

Auch von der Positionierung kommt aktuell kein starkes positives Signal. Das Managed Money hat seine Long-Position weiter reduziert und hält nur noch 16.631 Kontrakte netto long. Damit nimmt die spekulative Unterstützung weiter ab. Der Markt ist also nicht mehr so stark auf steigende Preise positioniert wie zuvor, gleichzeitig fehlt aber auch noch der klare Impuls für eine nachhaltige Gegenbewegung.

Saisonal bleibt die Lage ebenfalls schwierig. Kaffee erreicht seinen saisonalen Tiefpunkt häufig erst im Bereich Anfang bis Mitte Juli. Genau deshalb ist kurzfristig weiterhin Geduld gefragt. Erst wenn dieser Zeitraum näher rückt und sich gleichzeitig die Markttechnik stabilisiert, kann sich das Chance-Risiko-Verhältnis wieder verbessern.

Fazit:
Coffee bleibt kurzfristig angeschlagen. Die Woche endete mit -2,03 % bei 265,90 US-Cent nahezu am Tief. Die Aussicht auf eine starke brasilianische Ernte, sinkende Managed-Money-Longs und ein noch schwieriges saisonales Fenster sprechen vorerst für Zurückhaltung. Entscheidend wird sein, ob sich der Markt Richtung Juli stabilisiert und eine tragfähige Bodenbildung ausbildet.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.