
Die Aktie von Rio Tinto an der London Stock Exchange konnte sich in der vergangenen Woche knapp behaupten. Auf Wochensicht lag die Aktie mit 0,15 % leicht im Plus und schloss bei 7,747 britischen Pfund.
Zwischenzeitlich sah das Bild deutlich stärker aus: Am Mittwoch konnte Rio Tinto noch bis auf 82,75 britische Pfund ansteigen. Diese Gewinne wurden jedoch am Donnerstag und Freitag im Zuge des breiteren Marktabverkaufs wieder weitgehend abgegeben.
Der Rücksetzer war dabei weniger ein unternehmensspezifisches Problem, sondern Teil der allgemeinen Schwäche bei Risikoassets und Rohstoffwerten. Weltweit stiegen die Renditen deutlich, der US-Dollar legte zu, und die Sorge vor anhaltender Inflation belastete Aktienmärkte und zyklische Titel. In einem solchen Umfeld geraten auch große Minenwerte wie Rio Tinto unter Druck, selbst wenn die strukturellen Rohstoffthemen intakt bleiben.
Unternehmensseitig gab es mehrere interessante Meldungen. Rio Tinto hält 20 % an Sohar Aluminium im Oman. Emirates Global Aluminium befindet sich offenbar in fortgeschrittenen Gesprächen über Beteiligungen an Sohar Aluminium, wobei auch Rio Tintos Anteil eine Rolle spielen könnte. Gleichzeitig wurde ein Schwefelsäure-Liefervertrag mit Itafos angepasst, bei dem Rio Tinto Kennecott weiterhin ein wichtiger Lieferant für die US-Landwirtschaft bleibt. Das unterstreicht die Bedeutung von Rio Tinto nicht nur als Minenkonzern, sondern auch als relevanter Akteur in industriellen Lieferketten.
Trotzdem bleibt die kurzfristige Kursreaktion durch das Marktumfeld geprägt. Der starke Anstieg zur Wochenmitte wurde nicht gehalten, aber die Aktie konnte die Woche immerhin leicht positiv beenden.
Fazit:
Rio Tinto zeigte eine gemischte, aber stabile Woche. Der Anstieg bis 8,275 britische Pfund wurde wieder abverkauft, dennoch blieb am Ende ein kleines Plus von 0,15 %. In einem schwachen Marktumfeld ist das solide. Kurzfristig bleibt die Aktie anfällig für Rendite- und Dollarbewegungen, strukturell bleibt Rio Tinto aber ein wichtiger Rohstoffwert.