
Rohstoffe
Carsten Stork
15. Juni 2026
Platin: Schwäche hält an, aber Saisonalität wird interessanter
Platin: Schwäche hält an, aber Saisonalität wird interessanter

Der Platin-Future entwickelte sich in der vergangenen Handelswoche erneut schwach. Auf Wochensicht verlor Platin 3,23 % und schloss bei 1.720,60 US-Dollar je Unze.
Damit bleibt Platin einer der schwierigeren Märkte im aktuellen Umfeld. Nach der starken Bewegung zu Jahresbeginn hat der Future deutlich korrigiert. Auf Jahressicht liegt Platin inzwischen mehr als 10 % im Minus. Wir erinnern uns: Im Januar wurde der Markt zeitweise noch bei über 2.900 US-Dollar gehandelt. Von diesem Niveau ist Platin inzwischen weit entfernt.
Kurzfristig ist das technische Bild deshalb weiterhin angeschlagen. Zwar gab es zwischenzeitlich immer wieder Erholungsversuche, diese wurden bislang aber nicht nachhaltig bestätigt. Der Markt schafft es aktuell nicht, eine stabile Aufwärtsdynamik aufzubauen.
Interessant bleibt jedoch der Blick auf die COT-Daten. Das Managed Money hält weiterhin eine Netto-Long-Position von knapp über 15.000 Kontrakten. Trotz der deutlichen Korrektur wurden die Positionen also nicht massiv abgebaut. Das spricht dafür, dass institutionelle Marktteilnehmer Platin strukturell noch nicht aufgegeben haben.
Fundamental bleibt der Markt ebenfalls nicht uninteressant. Der Platinmarkt gilt weiterhin als angespannt, unter anderem durch begrenztes Angebot aus Südafrika und Russland sowie robuste industrielle Nachfrage. Diese Faktoren haben sich durch die kurzfristige Preisschwäche nicht grundsätzlich verändert.
Entscheidend wird nun die saisonale Perspektive. Gegen Ende Juni und Anfang Juli beginnt bei Platin häufig eine Phase, in der stärkere Aufwärtsbewegungen möglich sind. Genau dieses Zeitfenster rückt jetzt näher. Sollte der Markt dort wieder Käufer finden, könnte die aktuelle Schwächephase zumindest in eine technische Erholung übergehen.
Fazit:
Platin hat die Woche mit einem Minus von 3,23 % bei 1.720,60 US-Dollar beendet und bleibt kurzfristig klar enttäuschend. Positiv ist jedoch, dass Managed Money weiterhin netto long positioniert ist und die saisonal interessantere Phase näher rückt. Noch ist das kein Kaufsignal, aber der Markt sollte jetzt eng beobachtet werden.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.