
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Mai 2026
Platin rutscht unter 2.000 US-Dollar – schwacher Wochenabschluss belastet das Bild
Platin rutscht unter 2.000 US-Dollar – schwacher Wochenabschluss belastet das Bild

Der Platin-Future musste in der vergangenen Woche erneut deutlich nachgeben. Auf Wochensicht verlor der Kontrakt 2,69 % und schloss bei 1.931,40 US-Dollar je Unze. Besonders negativ ist dabei, dass Platin fast am Wochentief aus dem Handel ging. Zu Wochenbeginn wurde der Future noch oberhalb der Marke von 2.000 US-Dollar gehandelt, konnte dieses Niveau aber nicht verteidigen. Der Bruch unter diese psychologisch wichtige Zone ist kurzfristig klar belastend.
Damit bleibt die Bewegung im Platin-Future eindeutig negativ.
Während andere Rohstoffe und Edelmetalle zumindest zeitweise von geopolitischen Risiken oder strukturellen Themen profitieren konnten, fehlt bei Platin aktuell die Dynamik. Seit Jahresanfang zeigt sich der Future praktisch unverändert bis leicht negativ. Das ist enttäuschend, weil der Markt zuvor durchaus Chancen auf eine stärkere Aufwärtsbewegung hatte.
Belastend wirkt auch hier das übergeordnete Umfeld für Edelmetalle. Die zuletzt wieder hawkischere Fed-Debatte, steigende Zinserwartungen und ein stabiler US-Dollar machen es für zinslose Metalle schwieriger. Gleichzeitig bleibt die industrielle Komponente bei Platin wichtig. Wenn die Märkte stärker über Konjunkturrisiken, höhere Energiepreise und mögliche Belastungen für die globale Industrieproduktion diskutieren, wirkt das nicht automatisch unterstützend.
Interessant ist allerdings, dass sich diese Schwäche in den COT-Daten noch nicht klar widerspiegelt. Das Managed Money hält dem Platin-Future weiterhin die Stange und ist mit fast 18.000 Kontrakten Long positioniert. Das zeigt, dass spekulative Marktteilnehmer den Markt noch nicht aufgegeben haben. Gleichzeitig erhöht eine solche Long-Positionierung das Risiko, dass bei weiter fallenden Kursen zusätzliche Verkäufe durch Positionsabbau entstehen.
Saisonal sieht das Bild kurzfristig ebenfalls schwierig aus. Bis Ende Juni spricht die historische Tendenz eher für weiteren Druck oder zumindest fehlenden Rückenwind.
Fazit:
Platin bleibt kurzfristig angeschlagen. Der Wochenverlust von 2,69 %, der Schlusskurs bei 1.931,40 US-Dollar und der Rückfall unter 2.000 US-Dollar sind klare Warnsignale. Solange keine technische Stabilisierung gelingt, bleibt das Risiko weiterer Schwäche bestehen.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.