Platin bricht unter 2.000 Dollar – Zinsdruck trifft den Markt hart
Rohstoffe
Carsten Stork
18. Mai 2026

Platin bricht unter 2.000 Dollar – Zinsdruck trifft den Markt hart

Platin bricht unter 2.000 Dollar – Zinsdruck trifft den Markt hart


Der Platin-Future an der NYMEX hat in der vergangenen Woche deutlich nachgegeben. Auf Wochensicht verlor Platin 4,04 % und schloss bei 1.985,20 US-Dollar je Unze. Besonders wichtig ist dabei der Bruch unter die Marke von 2.000 US-Dollar. Der Future ging zudem fast am Wochentief aus dem Handel. Das ist kurzfristig ein klares Schwächesignal.

Dabei sah das Bild zwischenzeitlich noch deutlich besser aus. Platin konnte zuletzt von seiner relativen Stärke gegenüber anderen Edelmetallen profitieren und war zeitweise bis in den Bereich von 2.200 US-Dollar gestiegen. Unterstützt wurde der Markt durch strukturell enge Lagerbestände, Sorgen um die südafrikanische Minenproduktion und die historisch weiterhin hohe Bewertungslücke zu Gold. Diese Argumente bleiben grundsätzlich relevant.

Kurzfristig überwiegen aber die Belastungsfaktoren. Platin leidet aktuell auf zwei Ebenen. Als Edelmetall steht es unter Druck durch stark gestiegene Renditen und einen festeren US-Dollar. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten nicht verzinslicher Metalle. Gleichzeitig ist Platin aber auch ein Industriemetall. Wenn die Krise im Nahen Osten, hohe Energiepreise und steigende Finanzierungskosten die globale Konjunktur belasten, kann auch die industrielle Nachfrage unter Druck geraten.

Die COT-Daten zeigen bislang noch keinen klaren Stimmungsbruch. Das Managed Money hält weiterhin fast 21.000 Kontrakte long. Die spekulative Unterstützung ist also noch vorhanden. Gleichzeitig macht diese Long-Positionierung den Markt anfällig, falls weitere Gewinnmitnahmen einsetzen.

Saisonal wird das Bild nun ebenfalls schwieriger. Der Platin-Future hat bis Ende Juni historisch eher die Tendenz, weiter nach unten zu laufen. Genau deshalb müssen wir den aktuellen Rücksetzer ernst nehmen.

Fazit:
Platin bleibt strukturell interessant, kurzfristig ist das Bild aber angeschlagen. Der Wochenverlust von 4,04 %, der Schluss unter 2.000 US-Dollar und die negative Saisonalität sprechen für Vorsicht. Die COT-Daten bleiben noch konstruktiv, aber Zinsen, Dollar und Konjunkturrisiken belasten.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.