
Palladium weiter unter Druck – Zinserwartungen und Makro-Sorgen belasten
Palladium weiter unter Druck – Zinserwartungen und Makro-Sorgen belasten

Der Palladium-Future an der CME setzte seine Korrektur in der vergangenen Woche fort. Der Kontrakt verlor 5,77 % und schloss bei 1.561 US-Dollar je Unze. Damit notierte der Markt erneut deutlich schwächer und beendete die Woche in der Nähe des Wochentiefs.
Trotz dieser jüngsten Schwäche liegt Palladium seit Dezember 2024 beziehungsweise seit Anfang 2025 weiterhin deutlich im Plus. Allerdings hat der Future seit seinem Hoch im Januar 2026 bei rund 2.195,5 US-Dollar erheblich an Wert verloren. Insgesamt beträgt der Rückgang von diesem Niveau inzwischen nahezu 30 %, was die aktuell negative kurzfristige Dynamik unterstreicht.
Fundamental wird die Entwicklung stark von makroökonomischen Faktoren geprägt. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie wachsende Rezessionssorgen haben zu einer deutlichen Stärkung des US-Dollars geführt. Gleichzeitig haben sich die Erwartungen an die Geldpolitik in den USA weiter verschoben. Der Markt preist derzeit nur noch eine Zinssenkung im weiteren Jahresverlauf ein, was insbesondere zinssensitive Metalle zusätzlich unter Druck setzt.
Die Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer zeigt ein vorsichtiges Bild. Das Managed Money hält aktuell eine kleine Short-Position von rund 156 Kontrakten. Auch wenn diese Positionierung noch nicht extrem ausgeprägt ist, signalisiert sie eine zunehmende Skepsis gegenüber der kurzfristigen Preisentwicklung.
Saisonal betrachtet zeigt Palladium historisch häufig bis Mitte oder Ende April eine eher positive Tendenz. Diese saisonale Unterstützung hat sich bislang jedoch noch nicht in einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung niedergeschlagen.
Fazit:
Der Palladium-Future bleibt kurzfristig in einer klaren Korrekturphase gefangen. Belastend wirken vor allem der starke US-Dollar, verschobene Zinserwartungen und makroökonomische Unsicherheiten. Zwar spricht die saisonale Statistik grundsätzlich für steigende Kurse in den kommenden Wochen, bislang fehlt jedoch die technische Bestätigung. Das Umfeld bleibt daher zunächst anfällig für weitere Schwankungen.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.