
Palladium-Future: Deutliche Schwäche – saisonal und strukturell bleibt Gegenwind bestehen
Palladium-Future: Deutliche Schwäche – saisonal und strukturell bleibt Gegenwind bestehen

Der Palladium-Future zeigte in der vergangenen Woche eine klare Schwäche und verlor 4,17 %. Der Future schloss bei 1.506,5 US-Dollar pro Unze, nachdem er intraday am Freitag sogar bis auf 1.455 US-Dollar zurückgefallen war. Damit setzte sich die Abwärtsbewegung der gesamten Woche konsequent fort und bestätigt das aktuell fragile Marktbild.
Im Kontext ist diese Bewegung durchaus relevant. Palladium hatte sich zuvor deutlich stabilisieren können, doch der erneute Rücksetzer zeigt, dass dem Markt weiterhin die nachhaltige Kaufdynamik fehlt. Besonders auffällig ist, dass selbst kleinere Verkaufswellen schnell zu überproportionalen Bewegungen führen – ein Zeichen dafür, dass das Vertrauen institutioneller Marktteilnehmer weiterhin begrenzt bleibt.
Genau das spiegelt sich auch in den COT-Daten wider. Das Managed Money hält aktuell wieder eine kleine Short-Position von rund 985 Kontrakten. Absolut betrachtet ist das keine große Position, jedoch fällt auf, dass Palladium damit eines der wenigen großen Metalle ist, bei denen institutionelle Investoren überhaupt auf der Short-Seite positioniert sind. Das ist strukturell kein besonders positives Signal.
Fundamental bleibt Palladium weiter in einem schwierigen Umfeld. Die Nachfrage aus dem Automobilsektor – traditionell der wichtigste Treiber über Katalysatoren im Verbrennerbereich – bleibt unter Druck, während gleichzeitig die Substitution durch Platin und der langfristige Trend Richtung Elektromobilität das strukturelle Nachfragebild belasten.
Zwar sorgen geopolitische Risiken rund um Russland als wichtigen Produzenten immer wieder für kurzfristige Unterstützung, doch bislang reicht das nicht aus, um einen nachhaltigen Aufwärtstrend zu etablieren.
Auch saisonal bleibt das Bild schwierig. Historisch tendiert Palladium von jetzt an bis etwa Ende Juni eher schwächer. Genau diese Phase läuft aktuell, was zusätzliche Vorsicht rechtfertigt. Die Kombination aus negativer Saisonalität, schwacher Positionierung und technischer Schwäche spricht kurzfristig eher gegen eine schnelle Erholung.
Technisch wird nun wichtig sein, ob sich der Bereich um 1.450 US-Dollar stabilisieren kann. Ein nachhaltiger Bruch darunter würde das Chartbild deutlich weiter eintrüben.
Fazit:
Die vergangene Woche bestätigt das schwache Gesamtbild im Palladium-Future. Die negative Saisonalität bis Ende Juni, die kleine aber auffällige Short-Position im Managed Money und die strukturellen Probleme auf der Nachfrageseite sprechen aktuell eher für Vorsicht als für neue Long-Positionen. Solange keine klare Stabilisierung einsetzt, bleibt Palladium einer der schwächeren Kandidaten im Metallsektor. Der Bereich um 1.450 US-Dollar wird nun zur entscheidenden Unterstützungszone.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.