
Rohstoffe
Carsten Stork
08. Juni 2026
Palladium bricht weiter ein: Fast 44 % unter dem Jahreshoch
Palladium bricht weiter ein: Fast 44 % unter dem Jahreshoch

Der Palladium-Future hat eine extrem schwache Handelswoche hinter sich. Auf Wochenbasis verlor der Kontrakt 9,32 % und schloss bei 1.240,50 US-Dollar je Unze. Besonders auffällig ist, dass der Future nahezu am Wochentief aus dem Handel ging. Eine nennenswerte Erholung blieb vollständig aus. Der Verkaufsdruck hielt bis zum Ende der Woche an und wurde durch die starken US-Arbeitsmarktdaten am Freitag zusätzlich verstärkt.
Damit setzt sich die deutliche Korrektur der vergangenen Monate fort. Zur Erinnerung: Am 26. Januar hatte Palladium noch ein Hoch bei 2.195,50 US-Dollar erreicht. Vom Jahreshoch bis zum Schlusskurs vom Freitag ergibt sich inzwischen ein Rückgang von 43,47 %. Das ist eine massive Bewegung und zeigt, wie stark der Markt seit dem Hoch an Dynamik verloren hat.
Der starke US-Arbeitsmarktbericht hat die Lage zusätzlich belastet. Die Daten bestätigen das bereits hawkische Zinsbild in den USA. Der Markt rechnet nicht mehr mit Zinssenkungen, sondern zunehmend mit der Möglichkeit höherer Zinsen. In Kombination mit einem stärkeren US-Dollar und breitem Druck auf Rohstoffe war das Umfeld für Palladium besonders schwierig.
Auch die COT-Daten zeigen inzwischen ein schwächeres Bild. Das Managed Money hat wieder auf netto short gedreht und hält aktuell mehr als 2.000 Kontrakte short im Palladium-Future. Das ist kein positives Signal, bestätigt aber die zuletzt klar negative Marktstimmung.
Saisonal bleibt Palladium kurzfristig ebenfalls anfällig. Bis Mitte oder Ende Juni könnte der Druck noch anhalten. Gleichzeitig nähert sich damit eine Phase, in der saisonal ein Tief möglich wird und anschließend wieder eine stärkere Gegenbewegung einsetzen könnte.
Fazit:
Palladium bleibt kurzfristig klar angeschlagen. Das Wochenminus von 9,32 %, der Schlusskurs bei 1.240,50 US-Dollar nahe dem Wochentief und der Rückgang von 43,47 % seit dem Jahreshoch zeigen massiven Druck. Die COT-Daten sind inzwischen ebenfalls negativ. Kurzfristig bleibt Vorsicht angebracht, aber Mitte bis Ende Juni könnte saisonal eine erste Chance auf Stabilisierung entstehen.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.