
Der Palladium-Future an der NYMEX ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. Auf Wochensicht verlor Palladium 4,89 % und schloss bei 1.429 US-Dollar je Unze. Damit setzte sich die Schwäche der vergangenen Wochen fort. Der Markt fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit rund fünf Wochen und bleibt technisch angeschlagen.
Das Problem bei Palladium ist aktuell die doppelte Belastung. Einerseits gehört Palladium zu den Edelmetallen und leidet damit unter den stark gestiegenen Renditen. Höhere Zinsen und ein festerer US-Dollar machen nicht verzinsliche Metalle weniger attraktiv. Genau dieser Effekt hat zuletzt den gesamten Edelmetallsektor belastet.
Andererseits ist Palladium aber auch ein Industriemetall mit enger Verbindung zur Automobilindustrie. Wenn die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, hohe Energiepreise und steigende Finanzierungskosten die Konjunktur belasten, kann auch die industrielle Nachfrage unter Druck geraten. Palladium steht damit zwischen zwei negativen Kräften: steigende Zinsen auf der Edelmetallseite und mögliche Nachfrageschwäche auf der Industrieseite.
Auch die COT-Daten liefern aktuell kein positives Signal. Das Managed Money hat seine Short-Position wieder ausgebaut und hält nun 1.915 Kontrakte short. Das ist keine extrem große Position, zeigt aber, dass spekulative Marktteilnehmer weiterhin eher auf fallende Kurse setzen.
Saisonal sieht das Bild ebenfalls schwierig aus. Palladium hat aus saisonaler Sicht eher die Tendenz, bis Ende Juni weiter unter Druck zu bleiben. Damit passt die aktuelle Schwäche leider gut in das saisonale Muster.
Fazit:
Palladium bleibt kurzfristig angeschlagen. Der Wochenverlust von 4,89 %, die ausgebaute Managed-Money-Short-Position und die negative Saisonalität sprechen für erhöhte Vorsicht. Gleichzeitig leidet das Metall doppelt: als Edelmetall unter steigenden Renditen und als Industriemetall unter möglichen Konjunkturrisiken. Solange sich dieses Umfeld nicht verbessert, bleibt Palladium anfällig für weitere Rücksetzer.