
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Mai 2026
Palladium bleibt unter Druck – Abwärtstrend setzt sich deutlich fort
Palladium bleibt unter Druck – Abwärtstrend setzt sich deutlich fort

Der Palladium-Future musste in der vergangenen Woche erneut deutlich nachgeben. Auf Wochensicht verlor der Kontrakt 5,01 % und schloss bei 1.357 US-Dollar je Unze. Damit setzte sich die negative Entwicklung der Vorwoche fort. Besonders problematisch ist, dass Palladium nicht nur kurzfristig schwach aussieht, sondern bereits seit dem Hoch vom 26. Januar mehr als 37 % verloren hat. Das ist eine klare und schmerzhafte Gegenbewegung, die man nicht schönreden sollte.
Belastend wirkt weiterhin das gesamte Umfeld für Edelmetalle. Steigende Ölpreise halten die Inflationssorgen hoch und erhöhen gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed länger restriktiv bleibt oder im Jahresverlauf sogar wieder über Zinserhöhungen sprechen muss. Für zinslose Edelmetalle ist das grundsätzlich schwierig, weil höhere Realzinsen und ein festerer US-Dollar den Druck erhöhen. Palladium leidet zusätzlich darunter, dass es weniger stark als klassischer sicherer Hafen wahrgenommen wird als Gold.
Auch technisch bleibt das Bild angeschlagen. Der erneute Wochenverlust zeigt, dass Käufer bislang kaum in der Lage sind, eine nachhaltige Stabilisierung aufzubauen. Zwar gab es zwischenzeitlich leichte Erholungsversuche, nachdem Palladium auf ein Sieben-Wochen-Tief gefallen war, doch diese Gegenbewegungen reichen bisher nicht aus, um den übergeordneten Abwärtstrend zu brechen.
Die COT-Daten bestätigen das schwache Bild. Das Managed Money hat seine Short-Positionen zuletzt wieder ausgebaut und hält aktuell knapp 2.500 Kontrakte short. Das zeigt, dass spekulative Marktteilnehmer weiter auf fallende Kurse setzen. Solange sich diese Positionierung nicht dreht, bleibt der Druck auf Palladium hoch.
Auch saisonal gibt es kurzfristig wenig Rückenwind. Historisch bleibt Palladium bis Ende Juni anfällig. Erst danach könnte sich das Bild wieder verbessern.
Fazit:
Palladium bleibt aktuell eine der schwächsten Positionen im Edelmetallbereich. Der Wochenverlust von 5,01 %, der Schlusskurs bei 1.357 US-Dollar und der Rückgang von mehr als 37 % seit dem Januar-Hoch zeigen eine klare Belastung. Kurzfristig sprechen COT-Daten, Technik und Saisonalität weiter gegen schnelle Entwarnung.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.