
Orangensaft-Future: Massive Schwäche – jetzt muss die Saisonalität liefern
Orangensaft-Future: Massive Schwäche – jetzt muss die Saisonalität liefern

Besonders kritisch ist dabei, dass bislang keinerlei Erholung einsetzt. Der Verkaufsdruck bleibt hoch und der Markt wirkt technisch weiterhin sehr schwach. Das alte Tief aus Ende November des vergangenen Jahres bei 132,50 US-Cent bleibt dabei als wichtige Referenz im Hintergrund, aktuell geht es jedoch vor allem darum, ob der Markt kurzfristig überhaupt eine Stabilisierung findet.
Diese Dynamik ist besonders frustrierend, weil das Setup beim Einstieg eigentlich deutlich konstruktiver aussah. Statt einer Stabilisierung folgten mehrere schwache Handelstage in Serie, ohne nennenswerte Gegenbewegung. Solche Bewegungen sieht man selbst im Orangensaftmarkt nicht häufig in dieser Konsequenz.
Die COT-Daten wirken dabei deutlich stabiler, als es der Kursverlauf vermuten lässt. Das Managed Money hält weiterhin eine Long-Position von rund 3.035 Kontrakten. Das ist strukturell eher unterstützend und zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer den Markt weiterhin konstruktiv einschätzen und bislang keine vollständige Kapitulation auf der Long-Seite stattgefunden hat.
Auffällig bleibt jedoch das sehr niedrige Open Interest. Das spricht weniger für aggressiven Verkaufsdruck als vielmehr für fehlendes Interesse am Markt insgesamt. Genau das macht Orangensaft oft schwierig: In illiquiden Phasen können Bewegungen überproportional stark ausfallen, weil schlicht zu wenig Gegenliquidität vorhanden ist.
Saisonal beginnt nun allerdings eine interessante Phase. Historisch tendiert Orangensaft ab Ende April bis Ende Mai deutlich stärker. Genau auf diese Phase richtet sich jetzt der Fokus. Wenn die Saisonalität greifen soll, dann müsste in den kommenden Tagen eine Stabilisierung einsetzen.
Bleibt diese aus, wird das Bild deutlich schwieriger. Gerade nach einer solchen Abwärtsbewegung braucht der Markt nun einen klaren Reversal-Impuls, um das Vertrauen zurückzugewinnen.
Fazit:
Die vergangene Woche war für Orangensaft klar die schwächste Entwicklung im Portfolio. Der massive Rückgang ohne echte Gegenbewegung ist technisch und psychologisch belastend. Positiv bleibt jedoch die weiterhin konstruktive Long-Positionierung des Managed Money sowie die nun beginnende saisonal starke Phase bis Ende Mai. Genau darauf liegt jetzt der Fokus. Entscheidend wird sein, ob es in den kommenden Handelstagen zu einer ersten Stabilisierung kommt – denn ohne diesen Reversal-Impuls bleibt das Risiko weiterer Schwäche bestehen.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.