
Rohstoffe
Carsten Stork
15. Juni 2026
Orangensaft: Erste Stabilisierung, aber noch kein Befreiungsschlag
Orangensaft: Erste Stabilisierung, aber noch kein Befreiungsschlag

Der Orangensaft-Future, gehandelt an der ICE US, konnte sich in der vergangenen Handelswoche deutlich erholen. Auf Wochensicht legte der Future um 3,71 % zu und schloss bei 164,85 US-Cents.
Das ist zunächst eine erfreuliche Entwicklung. Nach den massiven Verlusten der vergangenen Monate zeigt der Markt zumindest erste Ansätze einer Stabilisierung. Gleichzeitig muss man die Bewegung aber richtig einordnen: Trotz des Wochengewinns bleibt Orangensaft weiterhin deutlich unter Druck. Gegenüber dem Allzeithoch vom 20. Dezember liegt der Future noch immer rund 62 % im Minus.
Von einer echten Trendwende kann deshalb noch nicht gesprochen werden. Die vergangene Woche war positiv, aber der Markt muss nun zeigen, dass daraus mehr werden kann als nur eine technische Gegenbewegung. Wichtig wäre, dass die jüngste Erholung in den kommenden Handelstagen bestätigt wird.
Interessant ist der Blick auf die COT-Daten. Das Managed Money hält aktuell eine Netto-Long-Position von knapp über 1.600 Kontrakten. Das ist keine besonders ausgeprägte Positionierung, aber immerhin strukturell unterstützend. Institutionelle Marktteilnehmer sind also nicht aggressiv long, haben den Markt aber auch nicht vollständig aufgegeben.
Spannend wird nun vor allem die Saisonalität. Gegen Ende Juni und Anfang Juli beginnt beim Orangensaft-Future häufig eine Phase, in der größere Aufwärtsbewegungen möglich sind. Sollte sich dieses Muster auch in diesem Jahr durchsetzen, könnte die aktuelle Stabilisierung der erste Schritt in eine bessere Marktphase sein.
Fazit:
Orangensaft hat die Woche mit einem Plus von 3,71 % bei 164,85 US-Cents beendet. Das ist positiv, ändert aber noch nichts daran, dass der Markt seit dem Allzeithoch massiv gefallen ist. Die COT-Daten sind leicht unterstützend, aber nicht stark. Entscheidend wird jetzt die saisonal wichtige Phase Ende Juni bis Anfang Juli. Dort könnte sich zeigen, ob aus der Erholung eine echte Trendbewegung wird.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.