
Monopol – Der Börsen-Jackpot mit versteckten Risiken
Monopolunternehmen bieten theoretisch Preissetzungsmacht und Sicherheit – aber ist das wirklich die perfekte Investition an der Börse?
Monopole gelten als das Nonplusultra für Unternehmen: Sie besitzen eine einzigartige Marktstellung, die es ihnen erlaubt, Preise zu setzen und Konkurrenten fernzuhalten. Doch an der Börse ist der vermeintliche Jackpot nicht so leicht zu erreichen. Zwar existieren Monopolunternehmen mit stabilen Geschäftsverläufen und attraktiven Burggräben, doch viele Fonds und ETFs, die auf solche Firmen setzen, konnten den Markt langfristig nicht deutlich schlagen.
Das liegt daran, dass Monopolstellungen oft schon im Kurs eingepreist sind und die Unternehmen nicht unbegrenzt wachsen. Darüber hinaus können regulatorische Eingriffe oder veränderte Marktverhältnisse die Stellung gefährden. Wer in Monopole investieren möchte, sollte daher sehr genau auf die Bewertung und das aktuelle Marktumfeld achten und sich bewusst sein, dass nicht jedes Monopol automatisch überdurchschnittliche Renditen liefert.
Intuitive Surgical ist ein führender Anbieter von chirurgischen Robotersystemen, insbesondere mit dem bekannten da Vinci-System. Das Unternehmen besitzt eine quasi-monopolartige Stellung im stark spezialisierten Medizintechnik-Markt und erzielt ein beeindruckendes durchschnittliches Gewinnwachstum von über 10 %.
Allerdings ist die Aktie mit einem Kurs von etwa 480 US-Dollar und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 50 historisch hoch bewertet. Obwohl technisch einige Phasen der Seitwärtsbewegung auf eine relative Attraktivität gegenüber dem Gesamtmarkt hinweisen, erscheint die Aktie für konservative Anleger aktuell zu teuer. Investoren sollten deshalb vorsichtig agieren und eine Bewertungskorrektur abwarten, bevor sie in diese Wachstumsstory investieren.
American Waterworks ist als Wasserversorger in den USA ein klassisches Beispiel für ein reguliertes Monopol. Da der Aufbau eines zweiten Wassernetzes wirtschaftlich keinen Sinn macht, kontrolliert das Unternehmen in seinem Gebiet den Markt.
Die Geschäftsentwicklung ist stabil, Dividenden werden zuverlässig gezahlt – typisch für einen Dividendenaristokraten. Die Aktie präsentiert sich technisch in einem langfristigen Aufwärtstrend und mit einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 20 günstig bewertet im Vergleich zu historischen Höchstständen. Trotz fehlender spektakulärer Kursanstiege in den letzten Jahren bietet American Waterworks eine solide Anlagechance für Investoren, die auf Sicherheit und stetiges Wachstum setzen.
Terna betreibt das Hochspannungsstromnetz in Italien mit einer beeindruckenden Länge von über 70.000 Kilometern. Ein zweites Netz neben Terna ist wirtschaftlich unsinnig, was das Unternehmen zu einem natürlichen Monopol macht.
Die Geschäftszahlen zeigen ein stetiges Umsatz- und Gewinnwachstum, das für Anleger sichere und vorhersehbare Renditen verspricht. Trotzdem sollte man bei der aktuellen Bewertung vorsichtig sein: Nach einem Kursanstieg von 6 auf rund 10 Euro liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis heute bei etwa 20, deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von etwa 15. Aufgrund der moderaten Gewinnprognosen ist der Einstieg zum jetzigen Zeitpunkt weniger attraktiv. Investoren sollten aufmerksam sein und auf Kursrückschläge von 20 bis 30 Prozent warten, um bessere Einstiegschancen zu nutzen.

Dennis Riedl
Dr. Dennis Riedl - Chefredakteur alpha-Strategien, Aktie und Hebel der Woche. Dr. Dennis Riedl ist studierter Mathematiker und Finanzmarktanalyst. Er testet die Aktienmärkte auf tatsächliche Muster ohne Rücksicht auf Meinungen und Gedanken. Sein Fachgebiet ist also die quantitative Analyse, das Aufspüren realer Börsenphänomene. Mit dem alphaDEPOT begleitet er Anleger durch wiederkehrende Marktmuster über alle Assetklassen und Börsenphasen hinweg. Besonders beliebt ist sein Börsen-Channel auf YouTube.