Mais-Future unter Druck: Long-Liquidation trifft auf schwache Saisonalität
Rohstoffe
Carsten Stork
08. Juni 2026

Mais-Future unter Druck: Long-Liquidation trifft auf schwache Saisonalität

Mais-Future unter Druck: Long-Liquidation trifft auf schwache Saisonalität


Der Mais-Future hat eine katastrophale Woche hinter sich. Der an der CBOT gehandelte Kontrakt verlor auf Wochenbasis 6,49 % und schloss bei 418 US-Cents je Bushel. Der Wochenverlauf war nahezu durchgehend schwach. Der Markt konnte sich kaum stabilisieren und ging am Ende klar unter Druck aus dem Handel. Damit hat sich die negative Dynamik der vergangenen Tage weiter verschärft.

Der Abverkauf passt in das breitere Bild der vergangenen Woche. Nach den starken US-Arbeitsmarktdaten zogen US-Dollar und Zinserwartungen an, während Risikoanlagen und viele Rohstoffe deutlich unter Druck gerieten. Gerade bei Agrarrohstoffen kam zusätzlicher Druck durch bessere Wetterprognosen in den USA, fehlende neue China-Käufe und nachlassende Risikoprämien hinzu. Der Markt hat damit gleich mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig verarbeitet.

Besonders deutlich wird die aktuelle Schwäche in den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Position radikal reduziert und hält nur noch knapp unter 200.000 Kontrakte netto long. Vor wenigen Wochen lag diese Position noch bei über 430.000 Kontrakten. Das ist ein massiver Abbau spekulativer Länge und erklärt einen großen Teil des aktuellen Verkaufsdrucks. Wenn Fonds in dieser Größenordnung Positionen reduzieren, entsteht schnell eine Dynamik, die kurzfristig auch fundamentale Argumente überlagern kann.

Auch saisonal ist die Lage derzeit nicht hilfreich. Der Mais-Future geht nun in eine Phase, die ab Ende Juni tendenziell schwieriger werden kann. Das bedeutet nicht automatisch weiter fallende Kurse, aber es spricht kurzfristig gegen ein klares saisonales Rückenwindfenster.

Fazit:
Der Mais-Future bleibt klar unter Druck. Das Wochenminus von 6,49 % und der Schlusskurs bei 418 US-Cents zeigen eine sehr schwache Marktstruktur. Besonders problematisch ist der massive Abbau der Managed-Money-Long-Positionen von über 430.000 auf nur noch knapp unter 200.000 Kontrakte. Kurzfristig bleibt das Umfeld schwierig. Wir beobachten die Position engmaschig, aber der Markt muss nun erst zeigen, dass die Long-Liquidation nachlässt und wieder Käufer zurückkommen.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.