Mais bricht nach oben aus – Nachfrage, Urea-Schock und Wetter treiben den Future
Rohstoffe
Carsten Stork
03. Mai 2026

Mais bricht nach oben aus – Nachfrage, Urea-Schock und Wetter treiben den Future

Mais bricht nach oben aus – Nachfrage, Urea-Schock und Wetter treiben den Future


Der Corn Future zeigte in der vergangenen Woche eine starke Entwicklung und legte um +3,45 % auf 479,5 US-Cent pro Bushel zu.

Damit setzt sich die Aufwärtsbewegung der letzten Wochen fort und der Markt nähert sich wieder der wichtigen Marke von 5 US-Dollar. Auf Jahressicht liegt Mais mittlerweile rund +9 % im Plus, was die zunehmende Dynamik im Markt klar widerspiegelt.

Fundamental wird die Bewegung von mehreren Faktoren gleichzeitig getragen. Die Exportnachfrage bleibt robust, was zuletzt durch neue Verkäufe sowie solide Exportdaten bestätigt wurde. Gleichzeitig sorgt die Nachfrage aus dem Ethanol-Sektor für zusätzliche Unterstützung, da Mais weiterhin ein zentraler Bestandteil der US-Biokraftstoffproduktion ist.

Der entscheidende neue Treiber ist jedoch die Düngemittelkrise. Durch den Konflikt im Nahen Osten und die weiterhin blockierte Straße von Hormuz sind wichtige Handelsströme für Urea und Ammoniak massiv gestört. Urea ist einer der wichtigsten Stickstoffdünger weltweit – und gerade Mais ist extrem abhängig von ausreichender Stickstoffgabe. Wird weniger oder später gedüngt, sinken in der Regel die Erträge. Die stark gestiegenen Urea-Preise erhöhen deshalb das Risiko, dass Farmer unterhalb des optimalen Niveaus düngen oder Anbauentscheidungen anpassen.

Genau dieses Risiko fällt in eine kritische Phase der US-Maissaison. Aussaat, Düngung und frühe Wachstumsbedingungen entscheiden jetzt maßgeblich über die Ertragserwartungen. Zusätzlich verschärfen Wetterrisiken und die anhaltende Dürre in Teilen der USA das Angebotsrisiko.

Auch die Positionierung bestätigt die Stärke des Marktes. Das Managed Money hat seine Long-Positionen massiv ausgebaut und hält aktuell rund 340.740 Kontrakte auf der Long-Seite. Noch im Februar war das spekulative Kapital netto short positioniert – inzwischen hat sich das Bild vollständig gedreht.

Saisonal bleibt Mais ebenfalls unterstützt. Historisch zeigt der Markt häufig bis Mitte oder Ende Juni Stärke.

Fazit:

Mais bleibt klar im Aufwärtstrend. Robuste Nachfrage, starke Long-Positionierung, positive Saisonalität und vor allem die Urea-Knappheit durch den Nahost-Konflikt sprechen weiter für steigende Preise. Solange sich die Lage rund um Hormuz nicht entspannt, bleibt Mais einer der spannendsten Long-Trades im Agrarsektor.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.