Liquidationsschock verdaut – Gold stabilisiert sich nach extremer Volatilität
Rohstoffe
Carsten Stork
10. Februar 2026

Liquidationsschock verdaut – Gold stabilisiert sich nach extremer Volatilität

Liquidationsschock verdaut – Gold stabilisiert sich nach extremer Volatilität


Der Gold-Future erlebte eine erneut sehr schwankungsreiche Handelswoche. Zu Wochenbeginn kam es zu einem deutlichen Abverkauf, der den Future zunächst bis auf ein Tief bei 4.423,2 führte. Im weiteren Verlauf setzte jedoch eine kräftige Gegenbewegung ein und Gold beendete die Woche bei 4.988,6 Punkten mit einem Plus von 1,74 %. Die Bewegung unterstreicht, dass der vorherige Druck weniger fundamental als vielmehr liquiditäts- und positionsgetrieben war.

Auch die Positionierungsdaten zeigen eine Veränderung im Marktverhalten. Das Managed Money hat seine Long-Positionen deutlich reduziert – von zuvor über 200.000 Kontrakten auf nun etwas mehr als 165.000 Kontrakte. Die spekulative Überdehnung wurde damit spürbar abgebaut, wodurch der Markt kurzfristig stabiler wirkt, gleichzeitig aber ein Teil der unmittelbaren Aufwärtsdynamik verloren gegangen ist.

Saisonal bewegt sich Gold weiterhin in einem positiven Zeitfenster, das typischerweise bis Mitte oder Ende Februar anhält. Anschließend folgt historisch häufig eine deutlich schwächere Phase. Damit trifft aktuell eine technische Stabilisierung auf eine saisonal auslaufende Unterstützung – eine Konstellation, die erfahrungsgemäß zu Richtungsentscheidungen führt.

Fazit:

Der Markt hat den Liquidationsdruck zunächst verarbeitet, jedoch wurde ein Teil der bullischen Überzeugung abgebaut. Kurzfristig bleibt Gold stabil, doch mit dem näher rückenden saisonalen Wendepunkt steigt das Risiko einer schwächeren Phase deutlich an.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.