Kupfer-Future: Konsolidierung auf hohem Niveau – strukturell bleibt das Bild bullisch
Rohstoffe
Carsten Stork
26. April 2026

Kupfer-Future: Konsolidierung auf hohem Niveau – strukturell bleibt das Bild bullisch

Kupfer-Future: Konsolidierung auf hohem Niveau – strukturell bleibt das Bild bullisch


Der Kupfer-Future an der CME zeigte sich in der vergangenen Woche leicht schwächer und verlor 0,86 %. Der Future schloss bei 602,85 US-Cent, nachdem er im Wochenverlauf zwischenzeitlich bis auf 615,15 US-Cent ansteigen konnte. Nach der starken Rally der vergangenen Monate wirkt diese Bewegung bislang jedoch eher wie eine gesunde Konsolidierung auf hohem Niveau als ein echter Trendwechsel.

Belastend wirkten zuletzt vor allem die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Die Unsicherheit rund um die Gespräche zwischen den USA und dem Iran sowie die anhaltenden Störungen rund um die Straße von Hormus erhöhen Inflations- und Wachstumsrisiken. Genau diese Kombination belastet Industriemetalle wie Kupfer, da höhere Energiepreise einerseits die Produktionskosten erhöhen, andererseits aber auch Sorgen über eine Abschwächung der globalen Nachfrage verstärken.

Gleichzeitig bleibt das fundamentale Bild jedoch deutlich konstruktiver, als es die kurzfristige Schwäche vermuten lässt. Die chinesische Nachfrage zeigt sich weiterhin robust, Lagerbestände gehen zurück und vor dem Labor-Day-Feiertag in China sorgt zusätzliches Restocking für Unterstützung. Auch die strategische Bedeutung von Kupfer im Bereich Elektrifizierung, Energiewende und Infrastrukturinvestitionen bleibt unverändert hoch.

Zwar argumentieren einige Analysten, dass der Markt kurzfristig noch gut versorgt sei, insbesondere durch hohe chinesische Raffinadeproduktion und vorhandene Lagerbestände, doch institutionelle Marktteilnehmer positionieren sich klar auf der bullischen Seite.

Das zeigt sich deutlich in den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Positionen erneut weiter ausgebaut und hält inzwischen 59.204 Kontrakte Long. Das ist eine starke Positionierung und spricht klar dafür, dass größere Marktteilnehmer weiterhin von höheren Preisen ausgehen.

Saisonal wird das Umfeld nun allerdings schwieriger. Historisch beginnt für Kupfer ab jetzt häufig eine schwächere Phase, die sich bis Ende Juni ziehen kann. Das bedeutet, dass kurzfristige Rücksetzer trotz des bullischen strukturellen Bildes durchaus normal wären.

Gerade deshalb bleibt das Timing entscheidend: Fundamentale Stärke und bullische Positionierung sprechen für den Markt, die saisonale Phase mahnt jedoch kurzfristig zur Vorsicht.

Fazit:

Die leichte Schwäche der vergangenen Woche ändert nichts am übergeordnet bullischen Bild für Kupfer. Die starke Long-Positionierung im Managed Money, robuste chinesische Nachfrage und die strukturelle Bedeutung von Kupfer bleiben klare Unterstützungsfaktoren. Nach dem starken Anstieg ist eine Konsolidierung auf diesem Niveau gesund. Saisonale Schwäche bis Ende Juni könnte kurzfristig noch Druck erzeugen, strategisch bleibt Kupfer für uns jedoch weiterhin einer der attraktivsten Long-Trades im Metallsektor.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.