
Kupfer behauptet Stärke – Lagerdebatte trifft auf strategische Nachfrage
Kupfer behauptet Stärke – Lagerdebatte trifft auf strategische Nachfrage

Der Copper Future (CME) legte in der vergangenen Handelswoche um 1,43 % zu und schloss bei 587 US-Cent. Am Freitag kam es zu einer dynamischen Aufwärtsbewegung, die den Kontrakt wieder klar in Richtung der oberen Handelsspanne führte. Das Jahreshoch liegt bei 650 US-Cent – der Markt notiert damit rund 10 % darunter, bleibt jedoch strukturell auf erhöhtem Niveau. Seit Januar 2025 steht weiterhin ein Plus von über 46 % zu Buche.
Im Fokus stehen aktuell die steigenden Lagerbestände an den Terminbörsen. Kombinierte Bestände in Shanghai, London und New York haben zuletzt die Marke von 1 Mio. Tonnen überschritten. Kurzfristig wirkt das belastend auf das Sentiment. Gleichzeitig lässt sich argumentieren, dass die Bestandsaufbauten nicht ausschließlich als Nachfrageschwäche interpretiert werden sollten. Seit der Aufnahme von Kupfer in die US-Liste kritischer Mineralien im November 2025 hat das Thema strategische Versorgung deutlich an Bedeutung gewonnen. Bestandsbildung kann daher auch sicherheitspolitische Motive widerspiegeln.
Die COT-Daten sprechen eine klare Sprache: Das Managed Money hat seine Netto-Long-Position auf knapp 60.000 Kontrakte ausgebaut – der höchste Stand seit Dezember. Während in anderen Metallen Long-Positionen eher reduziert wurden, wird Kupfer aktiv akkumuliert.
Saisonal beginnt nun eine traditionell stärkere Phase. Mit dem Ende der Golden Week kehren chinesische Marktteilnehmer in den Handel zurück. Historisch zeigen sich bis Ende April häufig verstärkte physische Käufe aus China.
Fazit: Trotz der Diskussion um Lagerbestände präsentiert sich Kupfer technisch stabil und spekulativ unterstützt. Die Kombination aus strategischem Kontext, positiver Positionierung und saisonaler Rückenwindphase spricht derzeit für ein konstruktives Marktumfeld.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.