
Kakao: Rebound läuft, Short-Positionierung baut Druck auf – Aufwärtsphase möglich
Kakao: Rebound läuft, Short-Positionierung baut Druck auf – Aufwärtsphase möglich

Der Kakao-Future an der ICE US konnte in der vergangenen Handelswoche zulegen und schloss mit einem Plus von 2,82 % bei 3.250 US-Dollar pro Tonne. Zwischenzeitlich stieg der Markt sogar bis in den Bereich von 3.400 US-Dollar, konnte dieses Niveau jedoch nicht halten und gab zum Wochenschluss wieder etwas nach.
Die Erholung kommt nach einer längeren Schwächephase und zeigt, dass auf tieferen Niveaus wieder Käufer in den Markt zurückkehren. Gleichzeitig bleibt das fundamentale Umfeld gemischt. Einerseits sorgen steigende Lagerbestände und eine sich entspannende Angebotslage für Druck, andererseits bleiben strukturelle Risiken im Markt bestehen, insbesondere durch Wetterentwicklungen in Westafrika und steigende Produktionskosten.
Ein zentraler Punkt ist die aktuelle Positionierung. Das Managed Money hat seine Short-Positionen zuletzt weiter ausgebaut und hält aktuell rund 21.600 Kontrakte auf der Short-Seite. Diese Entwicklung kann den Markt kurzfristig belasten, erhöht gleichzeitig aber auch das Potenzial für eine dynamische Gegenbewegung, sollte es zu Short-Covering kommen.
Zusätzlich spricht die Saisonalität für den Markt. Historisch beginnt im April eine Phase, in der der Kakao-Future häufig anzieht und bis Ende des Monats eine positive Tendenz zeigt. Diese saisonale Unterstützung trifft aktuell auf eine bereits laufende Erholung, was das Setup verstärkt.
Insgesamt ergibt sich damit ein konstruktives, aber weiterhin fragiles Bild: erste Aufwärtsdynamik trifft auf noch bestehende strukturelle Unsicherheiten und eine einseitige Positionierung.
Fazit:
Der Kakao-Future zeigt erste Anzeichen einer Erholung, unterstützt durch positive Saisonalität und potenzielles Short-Covering. Die erhöhte Short-Positionierung des Managed Money kann dabei als zusätzlicher Treiber wirken. Entscheidend wird sein, ob der Markt die Zone um 3.400 US-Dollar nachhaltig zurückerobern kann.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.